Nur ein Becher Wasser?!
Ihr Lieben, heiß draußen! ☀️
Diese Hitze, bei der die Stadt flimmert, der Asphalt brennt und Schattenplätze Luxus sind.
Hitze macht ehrlich irgendwie.
Sie zeigt, wer eine kühle Wohnung hat.
Wer einen Garten hat. Terrasse. Pool.
Wer irgendwo noch ein kühles Eckchen findet und sagen kann: „Heute bleib ich drin.“
Und sie zeigt, wer das nicht kann.
Menschen ohne Zuhause.
Ohne Schatten. Ohne Kühlschrank. Ohne Rückzugsort.
Und auch die, die zwar ein Zuhause haben, aber keinen kühlen Ort darin.
Kleine Buden. Dachgeschosswohnungen.
Kein Durchzug. Räume, in denen die Hitze steht und nachts nicht mehr richtig rausgeht.
Menschen, die allein leben und bei denen niemand merkt, wenn der Kreislauf kippt.
Menschen mit Krankheiten, mit Behinderung, mit Medikamenten, mit Körpern, die bei Hitze schneller „Stopp“ sagen.
Kinder. Tiere. Pflegebedürftige.
Menschen, die draußen arbeiten müssen, während andere sagen: „Endlich Sommer.“
Hitze ist nicht für alle gleich.
Für die einen ist sie Freibad, Eis und Sonnencreme. 🍦
Für andere ist sie Schwindel, Atemnot, Angst und die Frage: Wie komme ich durch diesen Tag?
Und vielleicht macht mich genau das nachdenklich.
Weil ich merke, wie schnell ich von mir ausgehe.
Ich halte es ja noch aus.
Ich kann ja noch eben raus.
Ich kann ja noch irgendwie funktionieren.
Ich kann ja noch sagen: „Ist halt Sommer.“
Aber nicht jeder hält aus, was ich gerade noch aushalte.
Nicht jeder Körper macht das mit.
Nicht jedes Tier findet Schatten. 🐾
Nicht jedes Kind kann sagen, was fehlt.
Nicht jeder Mensch hat noch Reserven.
Jesus sagt einmal:
„Wer einem dieser Geringsten auch nur einen Becher kaltes Wasser gibt, wird seinen Lohn nicht verlieren.“ – Matthäus 10,42
Ein Becher Wasser.
Leute … da steht’s.
Und da steht wirklich einfach nur: ein Becher Wasser.
Nicht die Welt retten.
Das hat einer ohnehin schon übernommen.
Nicht alles lösen.
Nicht das große Heldending drehen.
Nicht mit Trommelwirbel und Heiligenschein durch die Straße laufen.
Nur mal eben checken:
Da ist jemand.
Da macht diese Hitze nicht nur schlechte Laune, sondern richtig Not.
Da braucht jemand etwas.
Da kann ich nicht einfach vorbeisehen.
Vielleicht beginnt Nächstenliebe an Tagen wie diesen genau da.
Mit Wasser vor der Tür. Für Dich. Für mich. Für den Paketboten, die Postbotin, den Menschen, der draußen arbeiten muss, während andere über „Sommerfeeling“ posten.
Mit einem Napf für Tiere.
Mit einer Nachricht an jemanden, der allein lebt.
Mit einer Packung Eis, die man der alten Nachbarin rüberbringt, ohne daraus gleich ein Event zu machen. ❤️
Und vielleicht auch mit weniger Hitze in unseren Worten.
Denn wenn die Luft schon heiß ist, müssen unsere Worte es nicht auch noch sein.
Ich wünsch Dir ausreichend Schatten, Mitgefühl und Wasser.
Für Dich. Und für die, die heute vielleicht früher an ihre Grenze kommen als Du.
Mandy
