Irgendwann ist kein Tag im Kalender

Da ist dieser Mann in der Bibel.

Und eigentlich läuft es ziemlich gut bei ihm. Seine Felder bringen eine richtig gute Ernte.
So gut, dass er irgendwann vor einem Problem steht: Wohin mit dem ganzen Zeug?

Die Scheunen sind zu klein.

Also überlegt er. Größere Scheunen. Mehr Platz. Alles unterbringen. Vorsorgen. Für Jahre.

Und dann …

„… kann ich zu mir selbst sagen: Gut gemacht! Jetzt bist du auf viele Jahre versorgt. Gönne dir Ruhe, iss und trink nach Herzenslust und genieße das Leben!“Lukas 12,19

Die Geschichte hab ich schon öfter gelesen.

Meistens ging es dabei um Besitz. Um Reichtum.

Kann man so lesen. Aber diesmal bleibe ich an einem anderen Wort hängen.

Dann.

Erst die Scheunen. Erst alles geregelt haben. Erst genug.

Und dann wird gelebt.

Puh. Dieses kleine Wort kenne ich.

Wenn diese stressige Zeit vorbei ist, dann …
Wenn ich das noch erledigt habe …
Wenn mehr Geld da ist …
Wenn es mir besser geht …
Wenn endlich ein bisschen Ruhe ist …

Dann.

Dann mache ich es mir schön.
Dann nehme ich mir Zeit.
Dann lebe ich wieder ein bisschen mehr.

Vielleicht sind wir diesem Mann näher, als wir denken.

Denn er macht ja nichts völlig Verrücktes. Er plant. Sorgt vor. Kümmert sich um morgen.

Vernünftig.

Machen wir auch.

Nur kommt sein Morgen nicht. Er stirbt.

📖 „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert.“ – Lukas 12,20

Uff.

Und plötzlich bekommt dieses Dann einen ziemlich bitteren Beigeschmack.

Ich glaube nicht, dass Jesus damit sagen will: Plane nichts. Spare nichts. Denk nicht an morgen.


Aber die Frage bleibt:

Wie viel von meinem Leben verschiebe ich eigentlich auf später?

Wir arbeiten für ein gutes Leben. Sparen. Planen.

Erledigen noch schnell dies. Und unbedingt noch das.

Und irgendwann … irgendwann soll es dann anfangen.

Dabei hat es längst angefangen.

Dieser ganz normale Montagmorgen gehört schon dazu.

Der Weg zur Arbeit. Die Wäsche, die noch rumliegt. Das SeelenFutter, das Du gerade liest. ☕️ Das Gespräch zwischendurch. Der Einkauf später.

Die Tage, an denen nichts Besonderes passiert.

Die schönen. Die schweren. Und die, die einfach irgendwie vorbeigehen.

Meine Damen und Herren – das ist es.

Das Leben. ❤️

Nicht die Generalprobe dafür.

Und nein. Jetzt bitte nicht noch den Druck, jeden verdammten Augenblick genießen zu müssen. 😉

Manchmal ist ein Tag einfach scheiße. Manchmal ist man froh, wenn er vorbei ist.

Ich finde, auch das darf sein.

Vielleicht geht es gar nicht darum, aus jedem Tag möglichst viel herauszuholen.
Vielleicht eher darum, nicht ständig auf den Tag zu warten, an dem endlich alles stimmt.

Denn irgendetwas wird immer fehlen. Irgendetwas muss immer noch erledigt werden.
Irgendeine Scheune könnte immer noch größer sein.

Und während ich darauf warte, endlich mit dem Leben anzufangen … bin ich längst mittendrin.

Vielleicht ist irgendwann deshalb so ein gefährliches Wort.

Es klingt nach Zeit.

Dabei steht irgendwann in keinem Kalender. 🗓️

Rocke den Montag! 

Segenregen
Deine Mandy