Warum Menschen nicht glauben
Die einen glauben an Gott.
Die anderen glauben, dass es keinen Gott gibt.
Manche glauben, dass man das sowieso nicht wissen kann.
Und wieder andere machen sich über die ganze Sache schlicht keine Gedanken.
Manche Menschen interessieren sich einfach nicht für Gott.
Nicht aus Wut. Nicht aus Enttäuschung. Nicht, weil irgendwann irgendwas Schlimmes passiert ist.
Glaube spielt in ihrem Leben schlicht keine Rolle. Sie vermissen ihn nicht – und wenn sie etwas über Gott oder die Bibel lesen, hebt sie das ungefähr so sehr an wie mich ein ausführlicher Text über Motorentechnik.
Das gibt es. Und vielleicht müssen wir auch gar nicht hinter jedem Desinteresse eine tiefe Geschichte suchen.
Andere haben sich durchaus mit Glauben beschäftigt und finden trotzdem keinen Zugang dazu.
Weil ihnen Beweise fehlen.
Weil vieles für sie nicht logisch klingt.
Weil sie keine religiöse Erklärung für ihr Leben brauchen.
Oder weil sie schlicht nicht glauben können, dass da jemand ist.
Und wieder andere haben einmal geglaubt. Oder zumindest gehofft.
Sie haben gebetet. Gewartet. Vertraut.
Und nichts von dem erlebt, was sie sich davon versprochen hatten.
Manche wurden von Kirche enttäuscht. Manche von Menschen, die sehr viel von Gott gesprochen und dabei erstaunlich wenig Liebe gezeigt haben.
Manche haben Dinge erlebt, nach denen ein guter und allmächtiger Gott nur noch schwer zusammenzudenken ist.
Von außen sieht all das ziemlich ähnlich aus: Der glaubt eben nicht.
Aber innen können völlig verschiedene Geschichten dahinterstecken.
Vielleicht echtes Desinteresse. Vielleicht Zweifel. Vielleicht Enttäuschung.
Vielleicht das Gefühl, dass Glaube einfach nicht zum eigenen Leben passt.
Ich glaube deshalb nicht, dass es auf die Frage „Warum glauben Menschen nicht?“ eine einzige Antwort gibt.
Menschen sind verschieden. Ihre Erfahrungen auch.
Und das, was sie für glaubwürdig halten, sowieso.
Jesus zwingt in den Evangelien niemanden zum Glauben. Er fragt, lädt ein, erzählt, begegnet Menschen – und lässt ihnen die Freiheit, wieder zu gehen.
„Wollt ihr auch weggehen?“ – Johannes 6,67
Vielleicht gehört genau das zum Glauben dazu: dass er nicht erzwungen werden kann.
Und dass ein Mensch nicht weniger ernst genommen werden sollte, nur weil er zu einer anderen Antwort kommt als ich.

23. Juli 2026 @ 1:36
Finde ich wiederum interessant, weil wir in der Kleingruppe ( Kirchlich ) auch darüber gesprochen haben..
23. Juli 2026 @ 7:11
Viele die ich kenne, die nicht glauben, haben Angst vor den Konsequenzen. Wenn es Gott wirklich gibt und das was in der Bibel steht, müsste sich in ihrem Leben ja was ändern.
Zu glauben erfordert Mut und Veränderungsbereitschaft!
23. Juli 2026 @ 8:39
Manche Christen sagen, dass nur Menschen nach dem Tod gerettet werden, die zu Lebzeiten geglaubt haben.
Darum sorge ich mich um Freunde und Verwandte, die nicht glauben.
Was meinst du dazu?
23. Juli 2026 @ 9:27
Liebe Ingeborg,
ich kann Deine Sorge gut verstehen. Gerade wenn uns Menschen nahestehen, lässt einen die Frage nicht kalt, was nach dem Tod sein wird.
Ich glaube, dass Jesus der Weg zu Gott ist. Aber ich glaube nicht, dass ich daraus sicher ableiten kann, wen Gott am Ende nun „zu sich nimmt“ und wen nicht. Ich kenne nur das, was ein Mensch nach außen sagt oder nicht sagt. Gott kennt seine ganze Geschichte, seine Zweifel, Verletzungen, Fragen und auch das, was vielleicht ganz tief in ihm verborgen ist.
Mit dem Bild eines Gottes, der nach dem Tod sagt: „Zu spät, Du hast zu Lebzeiten nicht das Richtige geglaubt“, tue ich mich sehr schwer. Ich hoffe und vertraue darauf, dass Gottes Liebe, Gerechtigkeit und Möglichkeiten größer sind als unsere Vorstellungen davon.
Ich habe darüber schon mal ausführlicher geschrieben:
https://unendlichgeliebt.com/himmel-oder-hoelle-echt-jetzt/
Eine endgültige Antwort habe ich auch dort nicht. Aber vielleicht ein paar Gedanken, die der Angst etwas von ihrer Macht nehmen können. ❤️
23. Juli 2026 @ 9:46
Liebe Ingeborg,
ein bekannter Ausspruch stammt aus dem Matthäusevangelium (10, 32). Jesus ermutigt darin seine Jünger, mutig zu ihrem Glauben zu stehen, und verspricht: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem himmlischen Vater.“Das Zitat ist besonders zentral, da es im direkten Anschluss (Vers 33) auch die Konsequenz des Verleugnens betont. Das Wort „bekennen“ wird auch mit „zu mir stehen“ übersetzt. Parallele Verse zu dieser Aussage finden sich zudem im Markusevangelium (Markus 8,38) und im Lukasevangelium (Lukas 12,8). Und Jesus sagt aber auch: Wer mich aber vor den Menschen nicht kennt, ….
Und diese Menschen sind dann auf sich alleine gestellt, ohne Jesus als „Verteidiger“, der mit seinem Tod am Kreuz unsere Sünden auf sich genommen hat.
Was wiederum mit diesen „Jesus-Verleugnern“ geschieht…?
23. Juli 2026 @ 21:05
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!
Dann wird der König zu denen an seiner rechten Seite sagen: ›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes Reich in Besitz, das er seit Erschaffung der Welt als Erbe für euch bereithält! Denn als ich hungrig war, habt ihr mir zu essen gegeben. Als ich Durst hatte, bekam ich von euch etwas zu trinken. Ich war ein Fremder bei euch, und ihr habt mich aufgenommen. Ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt für mich gesorgt. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹ Dann werden sie, die nach Gottes Willen gelebt haben, fragen: ›Herr, wann bist du denn hungrig gewesen, und wir haben dir zu essen gegeben? Oder durstig, und wir gaben dir zu trinken? Wann warst du als Fremder bei uns, und wir haben dir Gastfreundschaft gewährt? Und wann hattest du nichts anzuziehen, und wir haben dir Kleider gebracht? Wann warst du denn krank oder im Gefängnis, und wir haben dich besucht?‹ Der König wird ihnen dann antworten: ›Das will ich euch sagen: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!
23. Juli 2026 @ 21:54
Ihr Lieben.
Wieviel Bibelstellen sind das jetzt für Ingeborg … nachdem sie von ihrer Sorge um Menschen erzählt, die ihr nahestehen?
Natürlich gehören die genannten Ziate dazu und dürfen auch Teil einer solchen Auseinandersetzung sein. Aber Bibelstellen erklären sich nicht immer von selbst – schon gar nicht, wenn verschiedene Texte unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Einfach mehrere davon unter eine verletzliche Frage zu stellen … find ich nicht wirklich angenehm.
Nicht jeder Mensch, der nicht glaubt oder nicht glauben kann, ist deshalb automatisch ein bewusster „Jesus-Verleugner“. Und keiner von uns weiß sicher, wie Gott die ganze Geschichte eines Menschen sieht und beurteilt.
Darum wäre mir wichtig, Ingeborg nicht noch mehr Angst zu machen. Ihre Frage verdient nicht nur Bibelzitate ohne persönliche Worte … sondern auch Behutsamkeit. ❤️
23. Juli 2026 @ 16:08
Habe früher auch mal gedacht, dass alle, die während ihrer Erdenzeit nicht an Jesus glauben, nach dem Tod verloren sind. Ohne Gott, in der ewigen Dunkelheit…
Heute denke ich anders. Wenn es anderswo heißt „…seine Güte währet ewig“, dann kann es so nicht sein.
Viele haben nie was von Jesus gehört, viele sind enttäuscht oder können aus Verzweiflung über ein schreckliches Schicksal nicht mehr glauben….
So wie es einer Freundin von mir ging, die an einer schrecklichen Krebserkrankung lange qualvoll leiden musste…..