Die Guten dürfen bleiben.
Klingt erstmal vernünftig.
Die Guten dürfen bleiben.
Die Ehrlichen. Die Anständigen.
Die, die niemandem etwas tun.
Und die anderen?
Schwierig.
Wir sortieren Menschen ziemlich schnell.
Sympathisch. Unsympathisch.
Verlässlich. Rücksichtslos.
Gut. Schlecht.
Und manchmal reicht dafür erstaunlich wenig.
Eine Meinung. Ein Satz.
Eine Entscheidung.
Ein Fehler.
Bei Menschen, die wir mögen, finden wir Erklärungen.
„Der hatte gerade viel um die Ohren.“
„Das war bestimmt nicht so gemeint.“
„Jeder macht mal Fehler.“
Bei Menschen, die wir nicht mögen, wird aus demselben Fehler plötzlich Charakter.
Dann heißt es: So ist der eben.
Vielleicht kennst Du das.
Ich jedenfalls schon.
Und dann denke ich an Jesus.
Da ist diese Szene, in der eine Frau vor ihm steht, umringt von Menschen, die längst entschieden haben, auf welche Liste sie gehört.
Schuldig.
Erwischt.
Abgestempelt.
Und Jesus sagt:
„Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“
Johannes 8,7
Das ist kein Satz, der Schuld kleinredet.
Kein „Alles halb so wild“.
Kein „Mach einfach weiter“.
Aber es ist ein Satz, der plötzlich die Blicke verändert.
Weg von der Frau.
Hin zu denen, die schon den Stein in der Hand haben.
Und genau da wirds unangenehm.
Denn manchmal wünsche ich mir eine Welt, in der die Guten bleiben und die Schlechten verschwinden.
Bis mir auffällt:
Ich weiß gar nicht, auf welcher Liste ich selbst in jeder Geschichte stehen würde.
Vielleicht bin ich für jemanden der Mensch gewesen, der verletzt hat.
Der enttäuscht hat. Der ungerecht war.
Der zu spät gemerkt hat, was er angerichtet hat.
Wir wünschen uns oft Gnade für uns selbst und Gerechtigkeit für die anderen.
Dabei leben wir wahrscheinlich alle davon, dass Gott anders rechnet.
Nicht naiv. Nicht blind.
Aber größer als unser Urteil. ❤️
Vielleicht ist das Problem gar nicht, dass wir Gut und Böse unterscheiden.
Vielleicht beginnt es dort, wo wir glauben, wir könnten einen ganzen Menschen endgültig beschriften.
Die Guten dürfen bleiben.
Klingt erstmal vernünftig.
Bis jemand anfängt, die Liste zu schreiben …

24. September 2026 @ 6:37
Das ist der Zwiespalt im Menschen. Den Willen Gutes und Richtiges zu tun, aber im Alltag scheitern.
Wie Pauls geschrieben hat im Röm, 7, 19.
Bei mir ist es ein ständiger Kampf. Wenn ich Gespräche führe und mich reflektiere, gehe ich oft zu Papa und bitte um Vergebung. Aber ich bleibe dran und bitte Ihm um Veränderung.
Danke für deine Denkanstöße 😇✝️
24. September 2026 @ 7:36
Liebe Mandy, du hast heute wieder sehr gut geschrieben. Ja, auf welcher Liste stehen wir bei den anderen. Super Frage. Ich wünsche dir einen gesegneten Tag.
25. September 2026 @ 7:32
Wer ohne Sünde ist der werfe den ersten Stein , das ist eine Aussage von Jesus die . neben vielen anderen , mich seit meiner Jugend immer schon stark berührt und beschäftigt hat . Und je älter ich werde desto mehr erkenne ich dass ich ihn mir immer selber sagen sollte , bevor ich ihn an andere Menschen weitergebe .