Ich bin trotzdem noch hier.
Ich glaube an Gott.
Das ist gar nicht unbedingt mein Problem.
Ich glaube, dass er da ist. Dass Jesus mehr war als irgendein guter Mensch mit klugen Sätzen.
Und trotzdem gibt es Tage, da merke ich:
Ich glaube an Dich. Aber ich vertraue Dir gerade nicht.
Weil ich schon gebetet habe und nichts passiert ist.
Weil ein Mensch gegangen ist. Weil eine Tür zu blieb. Weil ich gehofft habe – und am Ende ziemlich blöd dastand mit meiner Hoffnung.
Zu glauben, dass Gott da ist, heißt noch lange nicht, ihm auch alles zuzutrauen.
Denn Enttäuschung verschwindet nicht einfach, nur weil es um Gott geht.
Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich gehofft habe. In denen ich dachte:
Jetzt musst Du doch etwas tun.
Und dann kam nichts, was sich für mich wie eine Antwort angefühlt hätte.
Was zurückbleibt, ist manchmal Vorsicht.
So ein Gedanke wie:
Ich bete schon. Aber ich rechne lieber nicht zu sehr damit, dass sich wirklich etwas ändert.
Und dann kommen schnell diese Sätze:
„Gott hat einen Plan.“
„Du musst nur vertrauen.“
„Am Ende wird alles gut.“
Kann sein.
Aber manchmal möchte ich darauf einfach nur mit den Augen rollen. 🙄
Nicht, weil ich Gott abgeschrieben habe. Sondern weil Vertrauen eben nicht auf Knopfdruck funktioniert.
In der Bibel sagt ein Mann zu Jesus:
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Markus 9,24
Ich mag diesen Satz.
Weil er nicht besonders heldenhaft klingt.
Eher nach: Ich glaube schon. Aber da ist eben auch der andere Teil.
Der Teil, der zweifelt. Der nicht sicher ist. Der Hilfe braucht.
Vielleicht ist genau das gar nicht so ungewöhnlich.
Ich jedenfalls kenne diesen Widerspruch.
Zu glauben – und trotzdem nicht immer zu vertrauen.
Gott für real zu halten – und ihn gleichzeitig nicht zu verstehen.
Manchmal könnte mein Gebet deshalb ungefähr so klingen:
Gott, ich glaube an Dich.
Aber ich verstehe Dich nicht.
Und wenn ich ehrlich bin, vertraue ich Dir gerade auch nicht besonders.
Ich bin trotzdem noch hier.
Keine große Erkenntnis. Kein großes Vertrauen.
Keine Antwort auf alle offenen Fragen.
Nur Ehrlichkeit.
Ich denke, das reicht für heute. 🙏
Kommt gut durch den Tag.
Mandy

23. September 2026 @ 6:26
Liebe Mandy , ich mag dein Seelenfutterso sehr weil du mir viel Mut machst und auch oft meine Perspektive veränderst, danke dafür. Nach Themenwünschen gefragt fällt mir ein: unzufriedenheit ,
Genervt sein, ungeduldig, unbarmherzig, all diese Nichtgaben des Geistes, die mich manchmal ärgern und mit denen ich mich auseinandersetzen muss, vielleicht magst du was dazu schreiben zu einem dieser Punkte und meine Sichtweise verändern ? Danke dir für deine tolle Arbeit ! 👌👍👏
23. September 2026 @ 12:55
Hey Annette, danke Dir ❤️
Unzufriedenheit, Genervtsein, Ungeduld … aua. 😄
Hab ich mir notiert. Hat auf jeden Fall SeelenFutter-Potenzial.
23. September 2026 @ 7:41
Das kenne ich auch. Aber bedeutet Vertrauen nicht eine Grundeinstellung zu Jesus? Er hört mich immer. Er ist immer da. Auch wenn er nicht oder noch nicht reagiert. Warten auf Antwort, wenn mir etwas wirklich am Herzen liegt, dranbleiben im Gebet, Gott bestürmen, das ist nicht leicht. Und trotzdem – wie die drei Männer im Ofen in Babylon zu sagen: Und auch wenn Gott uns jetzt nicht hilft, ich bete ihn an. Die Spannung zwischen Gott kann, aber nichts passiert und Gott tut ein Wunder ist manchmal schwer auszuhalten.
23. September 2026 @ 12:58
Ja, genau diese Spannung meine ich.
Ich glaube auch, dass Vertrauen eine Grundeinstellung sein kann – und trotzdem gibts Situationen, in denen es ganz schön wackelt.
Gerade wenn man lange betet, hofft, wartet und irgendwann merkt: Es passiert einfach nichts. Dann verändert sich oft etwas.
Nicht unbedingt der Glaube an Gott. Aber vielleicht die Erwartung an ihn.
Man betet weiter, aber nicht mehr ganz so unbeschwert. Man hofft noch, aber hält innerlich schon ein bisschen Abstand. Einfach, weil man die Erfahrung gemacht hat: Es kann auch anders kommen, als ich es gern hätte.
Und genau da wird Vertrauen für mich schwierig. Nicht bei der Frage, ob Gott da ist – sondern ob ich mich mit dem, was mir wirklich wichtig ist, noch einmal so auf ihn verlassen möchte.
Vielleicht ist das gar kein großer Bruch. Eher so ein Schutzmechanismus.
Danke Dir für Deine Gedanken dazu. ❤️
23. September 2026 @ 7:47
„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ – Deine Auslegung dazu fand ich für mich hilfreich. Ich habe nämlich auch genau beides in mir: Glaube und Unglaube. Die Argumente für beide liegen genau bei 50 zu 50. Man muss sich nur für eines von beidem entscheiden. Ich habe mich für den Glauben entschieden. Mal sehen, ob er bis zum Ende und vor allem am Ende trägt! – Dir auch einen schönen Tag!
23. September 2026 @ 7:51
Ja, so geht es mir auch. Ich habe gerade an meine ukrainische Untermieterin geschrieben: Ich hoffe und bete weiter für eure Heimat 🙏
23. September 2026 @ 8:42
Ja, genau so geht es mir auch. Gottes Mühlen mahlen langsam, sagt man. Manchmal kommt es einem so vor, als mahlen sie gar nicht. Ich habe auch schon oft gehört das Jesus nicht zu spät kommt, sondern immer rechtzeitig. Ich bete schon so lange für alles mögliche. Gerade habe ich ein sehr einschneidendes gesundheitliches Erlebnis gehabt. Da habe ich Gottes eingreifen einmal so stark erlebt. Jetzt traue ich Gott im Moment wieder alles zu. Denn die Sache ist echt mal wieder sehr Lebensverändernt. Und letztens habe ich eine Predigt von einem Pastor, über genau das Thema gehört. Er kann auch nicht immer vertrauen. Das fand ich ehrlich und gut zu hören. Vielen Dank für das heutige Seelenfutter und ganz liebe Grüße.
23. September 2026 @ 13:06
Danke Dir, Betty ❤️
Ehrlichkeit tut gut. Nicht so tun, als wäre Glaube immer stark, Vertrauen immer da und Zweifel irgendwie ein Fehler.
Und Pfarrer sind ja auch keine Heiligen. Sie glauben nicht automatisch „besser“ und haben nicht auf alles Antworten.
Vielleicht tut es gerade deshalb gut, wenn so jemand offen sagt: Ich vertraue auch nicht immer. Ich zweifle auch. Ich frage mich auch manchmal, ob etwas Gott war – oder einfach Zufall.
Für mich macht genau diese Ehrlichkeit Glauben eher echter als schwächer.
Ich wünsch Dir das Beste – vor allem auch für Deine Gesundheit!
23. September 2026 @ 10:34
Für mich ist dieses Zitat eines der wenigen von dem ich sogar die Bibelstelle weiß: Es klingt für mich wie ein Porsche 924: Marrrrrrrrrkus (der brüllende Löwe – oder der „röhrende“ Porsche) und seine Aussage in 9,24 (so meine Eselsbrücke)…. Und es ist für mich unheimlich tröstend: Ja, ich glaube an diesen unseren Gott und seinen Sohn Jesus Christus…. Aber mein Unglaube ist nun mal menschlich. Und: Ich weiß, dass meine Gebete nicht unerhört bleiben. Was Gott letztendlich macht… (?) …ist Gottes Sache. ER wird ALLES zum Guten bringen. Das ist mein Glaube und meine Hoffnung…. Und unheimlich tröstend. ER wird das Kreuz, das er mir auferlegt, nicht so schwer machen, dass ich es nicht tragen kann. … Da mag jetzt einiges floskelhaft klingen, …. aber es ist mein (!) Fazit zu diesem Markus 9.24. LG und um es mit Deinen Worten zu sagen, liebe Mandy: Euch allen Gottes fetten Segen
23. September 2026 @ 13:11
…. ok … Maximilian, atme tief durch … setz Dich …
ich wusste nicht, dass es einen Porsche 924 gibt. Klischee erfüllt. 😂 Aber Google hilft ja …
Und ja: Glaube & Zweifel … irgendwie manchmal schon so eine kleine Hassliebe.
Den fetten Segen nehm ich gern – und geb ihn direkt weiter. ❤️
23. September 2026 @ 10:50
Im Bad höngt bei mir folgender Spruch: „mein gott ich verstehe dich nicht doch ich vertraue dir“. Sehr oft muss ich ihn mir laut vorlesen um mich daran zu klammern….vertrauen trotz…. doch Gott weiss drum und er versteht…er lässt uns deswegen nicht fallen.
23. September 2026 @ 12:29
Liebe Mandy,
vielen Dank für deine Gedanken.
Es ist so tröstlich das mal schwarz auf weiß zu lesen und zu erfahren, dass es dir und anderen auch so geht wie mir.
Vertrauen ist nicht immer leicht – aber Gott ist da. Er heißt ja auch so. Der “ Ich Bin Da“, oder „Ich Bin Der Ich Bin“.
Ich versuche wie du, auch da zu sein. Auch wenn es zuweilen schwer fällt.
Vertrauen heißt halt nicht darauf zu warten, dass meine Wünsche erfüllt werden, sondern diese Nähe Gottes, sein Angesicht immer wieder zu suchen.
Ich habe seit einigen Wochen die Diagnose Brustkrebs und lerne diese Vertrauensschritte täglich….
Eines weiß ich sicher: ER geht mit, ER ist da, auch wenn mein Weg so ganz anders verläuft, wie ich es mir gewünscht habe.
23. September 2026 @ 13:19
Liebe Ulrike, danke Dir fürs Teilen. ❤️
Mit so einer Diagnose bekommt Vertrauen nochmal ein ganz anderes Gewicht. Dann ist das nicht mehr irgendein schöner Glaubenssatz, sondern etwas, woran man sich vermutlich jeden Tag neu herantasten muss. Und vielleicht ist genau dieses „Ich bin da“ manchmal schon genug. Ohne alles verstehen zu müssen. Ohne so zu tun, als hätte man keine Angst oder keine Fragen.
Ich wünsche Dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft – und Menschen an Deiner Seite, die mit Dir durch diesen Weg gehen. ❤️
Mandy
23. September 2026 @ 12:39
Ich kann nie tiefer als in Gottes Hand fallen! Diesen Satz habe ich als Wahrheit erkannt und fand ich immer wieder Trost und Hoffnung und Mut.
Vielen Dank für das heutige Seelenfutter und die guten Kommentare dazu! 👑
24. September 2026 @ 9:26
Ihr Lieben, Mandys Text und eure Kommentare haben mir durch die große Ehrlichkeit so gut getan.
Ich merke auch immer wieder, dass ich bete, aber nicht wirklich an die Erfüllung glaube. Und dann kommen mir solche Sprüche wie „Wenn du um Sonne betest, lasse den Schirm zuhause.“ in den Sinne, den ich mal gelesen habe.
Danke, dass es dich, liebe Mandy, und euch, liebe Community, gibt!