„Ich bete für dich.“
“I c h b e t e f ü r D i c h!”
Das kann ein wunderschöner Satz sein.
Einer, der sagt:
Du bist nicht allein.
Ich denk an Dich.
Ich bring Dich vor Gott.
Manchmal ist genau das gemeint. Und dann ist dieser Satz ein Geschenk. ❤️
Aber manchmal … klingt er anders.
Manchmal fällt er in einem Moment, in dem eigentlich etwas anderes mitschwingt.
Nicht laut. Nicht direkt.
Aber irgendwo zwischen den Worten steht vielleicht:
Mit dir stimmt etwas nicht.
Du liegst falsch.
Du solltest anders sein.
Und plötzlich fühlt sich dieser Satz gar nicht mehr nach Nähe an. Sondern nach Abstand.
Und das ist interessant, denn Jesus hat nie gesagt: „Daran werden alle erkennen, dass ihr recht habt.“
Er hat gesagt: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ – Johannes 13, 35
Liebe.
Nicht Rechthaben.
Nicht moralische Überlegenheit.
Nicht das sichere Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.
Liebe.
Die Art von Liebe, die Menschen nicht kleiner macht.
Die nicht von oben spricht.
Die nicht zuerst erklärt, wo jemand falsch liegt.
Sondern die fragt:
Wie kann ich Dir gerade guttun?
Wie kann ich dich tragen?
Wie kann ich dir begegnen, ohne dich zu verletzen?
Vielleicht sollte sich genau daran auch unser Gebet messen lassen.
Nicht daran, wie richtig es ist. Sondern daran, wie viel Liebe darin steckt.
Denn man kann sogar mit frommen Worten hart sein. Man kann mit Bibelzitaten verletzen.
Man kann über Gott reden – und dabei den Menschen aus dem Blick verlieren.
Aber vielleicht beginnt echter Glaube genau da, wo wir uns daran erinnern:
Der Mensch vor mir ist genauso von Gott geliebt wie ich.
Und manchmal ist das ehrlichste Gebet deshalb nicht: „Gott, ändere diesen Menschen.“ Sondern vielleicht einfach:„Gott, hilf mir, ihn mit Deinen Augen zu sehen.“
❤️
Schönen Dienstag wünsch ich Dir.
Mandy
Themenwoche “Die Sünden der Guten”
Rückblick auf die Woche – hier findest Du alle SeelenFutter dazu.

Danke Mandy, super geschrieben. Ja, Herr hilf mir mit deinen Augen zu sehen.