Und er hört einfach zu
Ihr Lieben,
ich wach auf.
Müde. So richtig. 😴
Augen halb offen, Gedanken noch irgendwo zwischen Traum und Realität.
Und da sitzt er. Auf meiner Bettkante.
Ganz ruhig. Als wäre das das Normalste der Welt.
Ich blinzel.
„Ernsthaft jetzt?“ 😅
Kein Lichtkegel von oben. Kein Heiligenschein.
Einfach da.
Und schaut mich an, wie jemand, der weiß, dass der Tag gleich losgeht …
obwohl ich noch nicht so ganz weiß, wie ich das heute gut hinkriegen soll.
„Ich brauch Kaffee“, murmel ich. ☕️
Er nickt.
„Gute Idee.“
Küche.
Die Kaffeemaschine rattert.
Ich funktioniere so halb.
Und wie immer geht’s los im Kopf:
„Heute wird viel…“
„Ich hab keine Energie für das alles…“
„Bitte nicht noch irgendwas Ungeplantes…“
Und plötzlich merk ich: Ich rede.
Nicht laut.
Aber auch nicht mehr nur mit mir.
Er lehnt da am Türrahmen.
Sagt nichts Großes.
Nur: „Ich hör Dich.“
Bad.
Ich guck in den Spiegel und denk mir Dinge,
die ich zu niemand anderem sagen würde.
Zu kritisch. Zu hart.
Und dann dieser Blick von ihm.
Nicht verurteilend.
Eher so: „Würdest Du so mit jemand reden, den Du liebst?“
Autsch.
Bus. Oder Bahn. 🚇
Menschen um mich rum. Jeder für sich.
Jemand rempelt mich an. Ein anderer telefoniert laut.
Und ich merk, wie es in mir hochzieht:
„Boah… echt jetzt?“
Kurzer Blick zur Seite.
Er sitzt neben mir. Ganz selbstverständlich.
Zwischen all den Leuten, die ihn nicht sehen.
Ein kleines Grinsen.
„Geduld ist heute nicht so Dein Ding, hm?“
Ich verdreh die Augen.
„Bitte kommentier das jetzt nicht.“
„Ich bleib trotzdem.“
Supermarkt.
Schlange. Langsam. 🛒
Ich genervt.
Und dann dieser Gedanke, der sich reinschiebt:
„Vielleicht hat der andere grad einfach einen schweren Tag.“
Nicht mein Standard.
Eher… seiner.
Und irgendwann, dämmert’s mir:
Ich hab gar nicht „gebetet“.
Nicht so, wie ich das früher gedacht hab.
Keine gefalteten Hände.
Kein stiller Moment.
Kein richtiges Amen.
Aber ich war die ganze Zeit im Gespräch.
„Betet ohne Unterlass.“ – 1. Thessalonicher 5,17
Vielleicht heißt das gar nicht: Du musst ständig irgendwas Frommes sagen.
Vielleicht heißt es: Du musst nicht alles allein mit Dir ausmachen.
Weil ganz ehrlich: Wir reden ja sowieso.
Den ganzen Tag.
Gedanken.
Selbstgespräche.
Zweifel.
Druck.
„Ich schaff das nicht…“
„Warum bin ich so?“
„Reiß Dich zusammen…“
Und vielleicht ist Gebet genau das:
Dass ich diesen inneren Strom
nicht nur im Kreis laufen lasse…
sondern ihm ein Gegenüber gebe.
Nicht perfekt.
Nicht geschniegelt.
Manchmal genervt.
Manchmal ehrlich.
Manchmal einfach nur: „Ich pack das grad nicht.“
Und ja… manchmal fühlt sich das komisch an.
So wie: „Hallo… hört da überhaupt jemand zu?“
Kenn ich.
Aber ich merk: Wenn ich meine Gedanken nicht nur in mir drin drehe,
sondern sie „jemandem“ hinhalte… dann verändert sich was.
Nicht immer die Situation.
Aber ich.
Ich bin nicht mehr ganz so allein
in meinem Kopf.
Vielleicht sitzt da wirklich jemand auf meiner Bettkante.
Nicht sichtbar. Aber da.
Und sagt nicht: „Reiß Dich zusammen.“
Sondern: „Erzähl mal.“
Und vielleicht ist „ohne Unterlass“ gar kein Druck.
Sondern eine Einladung:
Du musst das Leben nicht alleine denken.
Nicht alleine fühlen.
Nicht alleine tragen.
Einfach…
nicht allein sein. ❤️
… danke, dass Du in dieser Woche hier warst, mein SeelenFutter gelesen hast,
mitgedacht, mitgefühlt, vielleicht auch ein bisschen mitgerungen.
Wenn Du magst, scroll gern ganz nach unten und schreib mir einen Kommentar.
Ein Blog lebt auch von euren Gedanken dazu. ❤️
Ich wünsch Dir ein richtig gutes Wochenende.
Mandy
