Raus aus der Spirale

Manchmal steckt man fest. Du weißt schon.
In einer dieser Spiralen, bei denen man merkt: Das tut mir nicht gut.

Gedanken. Gewohnheiten. Beziehungen.
Dieses Immer-wieder-dasselbe. Dieses „Ich müsste eigentlich …“

Und trotzdem bleibt man.

Weil man’s kennt. Weil Veränderung Kraft kostet. Weil es irgendwie geht.

Nicht gut.
Aber geht.

Und irgendwann fühlt sich sogar das, was weh tut, normal an.

In der Bibel gibt es einen Mann, der seit 38 Jahren krank am Teich Bethesda liegt.

Bethesda.

Ein Teich in Jerusalem. Fünf Hallen drumherum.

Dort lagen Menschen, die warteten.
Auf Heilung. Auf Hilfe. Auf irgendein Zeichen.

Krank. Blind. Gelähmt.
Erschöpft vom Leben.

Man glaubte damals: Wenn sich das Wasser bewegt und man als Erster reinkommt, wird man gesund.

Also lagen sie da.

Matte an Matte.

Und warteten.

Dass sich etwas bewegt.

Im Wasser. Im Leben. Irgendwo.

Und ein Mann liegt dort seit 38 Jahren.

ACHTUNDDREISIG Jahre??! 😳

Das ist nicht mehr „schlechte Phase“.

Das ist ein halbes Leben im Wartemodus. Wenn nicht mehr.

Und dann kommt Jesus.

„Er sah ihn dort liegen und erkannte, dass der Mann schon lange unter seiner Krankheit litt, und fragte ihn: »Willst du gesund werden?«“ – Johannes 5,6

Okeee … Ähm.

Natürlich will er gesund werden, denke ich.
Wer würde das nicht wollen?

Aber vielleicht steckt hinter dieser Frage mehr.

Willst Du wirklich raus aus dem, was Du kennst?
Auch wenn danach nichts mehr ist wie vorher?

Willst Du aufstehen, obwohl Liegen längst Alltag geworden ist?

Der Mann antwortet nicht: Ja klar!

Er erklärt.Kein Mensch hilft mir. Andere sind schneller.
Ich komme nicht rechtzeitig ins Wasser.

Kennt man, wa?

Diese Sätze, die nicht falsch sind. Aber irgendwann wie Mauern werden.

Kann nicht. Geht nicht. So bin ich halt.
War bei mir schon immer so.
Gott hat Lieblingskinder – ich bin’s nicht.

Manchmal sind Gründe echte Gründe.

Und manchmal werden sie zu Gitterstäben, obwohl die Tür längst offensteht.

Jesus diskutiert nicht lange.

Er sagt in Johannes 5,8: „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“

Nichts mit: Reiß dich zusammen. Selbst schuld. Hättest Du mal …

Nur diese Ansage ins festgefahrene Leben hinein:

Steh auf. Geh.

Nicht alles, was lange war, muss bleiben. ❤️

Vielleicht schaut Jesus auch heute noch genau dorthin, wo wir Menschen festhängen.
Nicht, um uns zu beschämen. Sondern um etwas in uns wachzurütteln, das müde geworden ist.

Vielleicht geht es heute gar nicht um den großen Neustart.

Nicht um: Ab morgen alles anders.

Vielleicht geht es nur um diesen einen Moment, in dem etwas in Dir sagt:
Nee. So nicht weiter. Nicht nochmal 38 Jahre.
Nicht nochmal warten, bis sich irgendwas bewegt.

Und wenn es nicht der erste Versuch ist:

Dann ist es eben der nächste.

Steh auf.

Geh.

…. reicht für heute.

Ein Anfang. Ein Riss in der alten Spirale.

Segenregen, bis morgen!
Mandy