Du bist keine Streitfrage.
Ihr Lieben, manchmal reicht ein Thema, und die Stimmung im Raum kippt.
LGBTQ zum Beispiel.
Und kaum ist das Wort da, sind oft auch schon Meinungen da.
Sätze. Bibelstellen. Warnungen. Schubladen.
Manche reden dann sehr schnell.
Sehr sicher. Sehr grundsätzlich. Sehr „man wird ja wohl noch sagen dürfen“.
Da wird diskutiert. Eingeordnet. Gewarnt. Zitiert.
Und manchmal sitzt vielleicht jemand still daneben und merkt: Es geht gerade um mich.
Nicht theoretisch. Sondern persönlich.
Um mich.
Um mein Leben.
Meine Liebe.
Meine Angst.
Meine Geschichte mit Gott.
Um die Frage, ob für mich hier überhaupt Platz ist.
Leute, ich frage mich, wie oft Menschen nicht an Gott scheitern, sondern an dem, was andere in Gottes Namen über sie sagen.
Haben wir den Menschen dahinter denn überhaupt gehört?
Ich meine nicht das Thema.
Nicht die Debatte.
Nicht die Schlagzeile.
Den Menschen.
Mit seiner Geschichte.
Mit seiner Angst.
Mit seinem Hoffen.
Mit dem, was vielleicht schon über ihn gesagt wurde.
Mit dem, was Kirche, Familie oder andere Menschen in ihm verletzt oder kaputtgemacht haben.
Manchmal benutzen wir Worte wie Messer und wundern uns dann, dass jemand blutet.
Aber Wahrheit ohne Liebe wird schnell zur Klinge.
Vielleicht beginnt Nächstenliebe nicht damit, dass ich alles sofort verstehe. Nicht mal damit, dass ich allem zustimme. Aber wenn meine Wahrheit einen Menschen nur kleiner, einsamer und beschämter zurücklässt, sollte ich mich fragen, ob sie noch nach Jesus klingt.
Vielleicht beginnt Nächstenliebe viel früher.
Da, wo ich langsamer werde. Wo ich nicht sofort antworte.
Nicht sofort bewerte. Nicht sofort erkläre, was richtig und falsch ist.
Sondern erst mal zuhöre.
Jakobus schreibt: „Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“
Jakobus 1,19
Schnell zum Hören.
Das klingt einfacher, als es ist.
Denn Hören bedeutet: Ich halte es aus, dass der andere nicht in meine fertige Schublade passt.
Ich lasse ihn Mensch sein, bevor ich ihn beurteile.
Mit Würde.
Mit Narben.
Mit Sehnsucht.
Mit Gottesbild.
Mit Fragen.
Mit Hoffnung.
Vielleicht beginnt Liebe genau dort, wo ich aufhöre, über Menschen zu reden, als wären sie nicht im Raum.
Es braucht nicht den perfekten Satz. Nicht die richtige Meinung. Nicht das schnelle Urteil.
Sondern ein offenes Ohr. Ein weicheres Herz.
Und den Mut, einen Menschen nicht wie eine Streitfrage zu behandeln.
Versuchen wir’s?
Willkommen zum SeelenFutter und hab einen schönen Tag!
Mandy
10. Juni 2026 @ 5:26
🫂…der Satz ” Worte wie Messer…..” trifft es genau….macht sehr nachdenklich…
Danke für Deine Sichtweise voller Liebe auf dieses Thema….die Liebe ist das Größte…wir dürfen niemals den Menschen und seine Geschichte hinter allem vergessen…❤️
10. Juni 2026 @ 9:31
Danke Mandy 🌈
❤️ 💛 💚 💙 💜 🧡
10. Juni 2026 @ 11:59
DANKE für den Link auf den Jakobusbrief: Beim Lesen des verlinkten Kapitels erfährt man, dass Gott den Menschen nicht in Versuchung führt. Der Beweis schlechthin, dass im “Vater Unser” die entsprechende Stelle anders übersetzt bzw. gebetet und verstanden werden muss: …und führe mich aus der Versuchung… Aber… Das nur by the way… GLG aus Niederbayern