Die leise Angst unserer Zeit
In letzter Zeit ist sie wieder da.
Nicht ständig.
Aber spürbar.
Die Angst vor Krieg.
Sie kommt heute oft anders als früher.
Unsere Großeltern fürchteten sich vor dem,
was sie hören und sehen konnten:
Flugzeuge am Himmel.
Sirenen in der Nacht.
Explosionen in der Nähe.
Angst hatte einen klaren Auslöser.
Und war an einen Moment gebunden.
Heute entsteht Angst oft früher.
Nicht durch das, was passiert,
sondern durch das,
was passieren könnte.
Kein Strom.
Kein Internet.
Kein Kontakt zur Außenwelt.
Mit dem Strom fällt mehr aus,
als uns bewusst ist.
Mehr als Heizung und warmes Wasser.
Auch Orientierung und Sicherheit.
Auch Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit.
All das greift tiefer,
als wir denken.
Psychologisch wirkt Angst besonders stark,
wenn sie keinen festen Anlass hat.
Wenn sie nicht sagt: Jetzt ist Gefahr,
sondern flüstert: Es könnte jederzeit so weit sein.
Das hält uns in Alarmbereitschaft.
Und macht auf Dauer mürbe.
Vielleicht ist das eine moderne Form von Krieg:
Nicht der große Knall.
Sondern das langsame Zermürben.
Das Spiel mit Angst.
Das Erschüttern von Vertrauen.
Mitten in diese Zeit fällt die Jahreslosung 2026:
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
(Offenbarung 21,5)
Das ist kein naiver Satz.
Kein „Alles wird schon gut“.
Denn gerade fühlt sich vieles
nicht neu an,
sondern brüchig.
Angreifbar.
Verletzlich.
Vielleicht meint dieses „Neu“
nicht zuerst neue Umstände.
Sondern eine neue innere Haltung.
Nicht alles kontrollieren zu müssen.
Nicht jede Angst weiterzuspinnen.
Ich lese diese Worte
nicht als Lösung,
sondern als Einladung,
der Angst nicht alles zu überlassen.
Nicht das Denken.
Nicht das Handeln.
Hoffnung heißt dann nicht,
dass alles reibungslos läuft.
Sondern dass wir einen klaren Kopf behalten,
wenn Sicherheiten wegfallen.
Dass wir uns nicht gegeneinander wenden,
sondern miteinander bleiben.
Vielleicht beginnt Frieden heute genau dort:
Wo Angst wahrgenommen wird –
aber nicht regiert.
Und wir merken:
Wir sind nicht allein. 💛
Bis morgen.
Mandy
