Zwei Seiten – eine Suche

Es gibt Bibelstellen, bei denen ich hängen bleibe.
Weil … dass passt nicht zusammen 🤔

Auf der einen Seite steht Jesus. Sein Blick für den einzelnen Menschen, seine Nähe, seine Zuwendung.
Die Art, wie er Menschen wahrnimmt, sie ernst nimmt – ihnen begegnet.

Gerade im vorderen Teil der Bibel begegnen mir Texte, die hart sind: Gericht, klares Schwarz-Weiß-Denken, kein Erbarmen. Ganze Städte, ganze Völker. ☠️

Und ich merke, wie mich das anspannt – zwei Seiten, die gleichzeitig da sind und nicht zusammenpassen.

Ich stehe dazwischen und glaube nach wie vor: In Jesus sehen wir Gottes Persönlichkeit. Mehr als einen freundlichen Ausschnitt, sondern seine Haltung. Im Umgang mit Menschen. Wer Jesus ansieht, sieht, wie Gott Beziehung denkt.

Und genau deshalb hadere ich. Mit Texten, die keine Zwischentöne zulassen. Mit einem Denken, das nur richtig oder falsch kennt. Schwarz oder weiß. Leben oder Tod.

Wir sehnen uns nach Ordnung. Nach Erklärungen. Nach Eindeutigkeit.
Unklarheit macht unruhig. Widersprüche fordern uns heraus.

Aber vielleicht ist Glaube nicht dafür da, innere Spannungen sofort aufzulösen.
Vielleicht ist Glaube der Raum, in dem sie bleiben dürfen 🌱

Nicht alles lässt sich verstehen, einordnen oder erklären.
Manches lässt sich im Moment nur aushalten.


„Wie unergründlich sind seine Entscheidungen und wie unerforschlich seine Wege.“
Römer 11, 33


Jesus hat nicht versprochen, dass alles Sinn ergibt. Aber er hat gezeigt, wo Gott zu finden ist: bei Menschen, die gesehen werden müssen.

Und so lese ich die Bibel nicht, um Antworten zu sammeln, sondern um unterwegs zu bleiben.
Mit Vertrauen – auch wenn Fragen offen bleiben.

Für heute reicht das.

Bis morgen!
Mandy