Pfingsten: Nicht weg, nur anders.
Ihr Lieben,
manchmal verändert sich etwas und man weiß erstmal nicht, wie man jetzt weiterleben soll.
Ein Mensch ist nicht mehr da wie früher.
Eine Sicherheit bricht weg.
Ein Plan löst sich auf.
Eine Zeit geht zu Ende.
Und dann steht man da.
Nicht unbedingt komplett verzweifelt. Aber still unsicher irgendwie.
Mit dieser einen Frage: Und jetzt?
Ich glaube, genau so könnte es den Freunden von Jesus gegangen sein.
Sie hatten mit ihm gelebt. Mit ihm gegessen. Ihm zugehört.
Sie hatten gesehen, wie er Menschen ansieht, die andere übersehen.
Wie er Schuldige nicht an den Pranger stellt.
Wie er Kranke berührt. Wie er von Gott spricht, als wäre Gott nicht weit weg, sondern nah.
Dann kam Karfreitag. Jesus stirbt.
Dann Ostern. Jesus lebt.
Und trotzdem ist danach nicht einfach alles wieder wie vorher.
Jesus ist nicht mehr tot. Aber er ist auch nicht mehr so bei ihnen wie früher.
Nicht mehr zum Anfassen. Nicht mehr am Tisch. Nicht mehr auf den Straßen.
In der Bibel heißt es über Jesus:
„Er wurde von ihnen weggenommen und zum Himmel emporgehoben.“ – Lukas 24, 51
Das ist Himmelfahrt. Jesus ist bei Gott.
Und seine Freunde, die Jünger, bleiben zurück.
Mit allem, was sie erlebt haben.
Mit allem, was sie noch nicht verstehen.
Mit dem, was Jesus ihnen anvertraut hat.
Und vermutlich auch mit der Frage: Wie sollen wir das schaffen?
Wie geht es weiter, wenn der, der mich gehalten hat, anders da ist als vorher?
Wie glaube ich, wenn ich Gott nicht sehen kann?
Wie hoffe ich, wenn meine Kraft nicht reicht?
Wie liebe ich, wenn ich selbst müde bin?
Genau da setzt Pfingsten an.
Pfingsten erzählt: Gott lässt sie damit nicht allein.
Er sagt nicht: „Dann reißt euch jetzt zusammen.“
Er sagt nicht: „Ihr müsst das aus eigener Kraft schaffen.“
Sondern Gottes Geist kommt.
In der Apostelgeschichte wird das so beschrieben: „Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ – Apostelgeschichte 2, 2
Und dann ist da Feuer.
Nicht als Zerstörung. Nicht als Bedrohung.
Sondern als Zeichen:
Da wird etwas lebendig.
Die Bibel erzählt:
„Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.” –Apostelgeschichte 2,3
Ich weiß: Heiliger Geist klingt für manche erstmal seltsam.
Nach Kirchenwort.
Nach einem Thema für Theologen, nicht für den Alltag.
Aber vielleicht ist Pfingsten gar nicht so weit weg vom Leben.
Vielleicht erzählt Pfingsten genau von diesem Moment, den viele kennen:
Ich weiß, was richtig wäre. Aber mir fehlt die Kraft.
Ich möchte hoffen. Aber ich bin müde.
Ich möchte offen bleiben. Aber ich merke, wie ich innerlich hart werde.
Ich möchte glauben. Aber ich sehe Gott nicht.
Pfingsten bedeutet für mich nicht, dass plötzlich alles leicht wird.
Nicht, dass ich immer mutig bin. Nicht, dass ich alles verstehe. Nicht, dass ich keine Angst mehr habe.
Pfingsten bedeutet:: Gott ist nicht weg, nur weil ich ihn nicht sehe.
Er bleibt. Anders.
Als Atem, wenn mir die Luft fehlt.
Als Mut, der nicht aus mir selbst kommt.
Als Hoffnung, die leise wieder anfängt.
Als Liebe, die mich nicht hart werden lässt.
Als Kraft, die einen nächsten Schritt möglich macht.
Und genau das passiert damals.
Aus Menschen, die eher zurückgezogen und unsicher waren, werden Menschen, die rausgehen.
Petrus steht auf und redet.
In der Bibel heißt es: „Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und begann zu reden.“ – Apostelgeschichte 2,14
Das klingt erstmal unspektakulär.
Ein Mensch steht auf. Ein Mensch redet.
Aber vielleicht ist genau das manchmal das Wunder.
Nicht, dass jemand plötzlich keine Angst mehr hat. Sondern dass er nicht in der Angst sitzen bleibt.
Nicht, dass alles geklärt ist. Sondern dass trotzdem ein nächster Schritt möglich wird.
Und vielleicht brauche ich genau das heute auch.
Nicht mehr Druck. Nicht mehr Lärm.
Nicht noch einen Satz, der sagt: „Du musst nur stärker sein.“
Sondern Gottes Geist.
Diese leise, heilige Kraft, die mich erinnert:
Du bist nicht allein mit dem, was zu groß für Dich ist.
Nicht damals. Nicht heute.
Vielleicht ist Pfingsten genau das: Gott bleibt nicht auf Abstand.
Er kommt nah. Nicht immer sichtbar. Aber wirksam.
In diesem Sinne, schöne neue Woche!
Mandy

25. Mai 2026 @ 1:41
Liebe Mandy! Deine Gedanken und Ausführungen zum Thema Pfingsten finde ich großartig!
So persönlich, so echt, so in den Alltag hinein…
Echt mal wieder richtig toll, sehr ansprechend, und sehr wertvoll!
Durch deine Worte fühle ich mich gesegnet! Danke!
Und ich erbitte auch für dich Gottes reichen Segen!
Sei herzlich umarmt! 😘 Lisa