Manche Menschen fehlen anders

Es gibt Menschen, die fehlen, obwohl sie noch da sind.

Ihre Nummer steht noch im Handy. 📱

Man könnte schreiben.
Vielleicht sogar anrufen.

Und trotzdem ist da eine Entfernung, die sich nicht in Kilometern messen lässt.

Vielleicht hat sich der Mensch verändert.

Vielleicht ich.

Vielleicht ist etwas passiert, das nie richtig ausgesprochen wurde.

Oder es gab gar keinen großen Streit.

Keinen Knall.
Keine letzte Nachricht.
Keine Tür, die laut ins Schloss fiel.

Nur irgendwann weniger Worte.

Weniger Fragen.

Weniger Nähe.

Bis aus einem Menschen, dem ich einmal fast alles erzählt habe,
jemand wurde, über den ich nur noch manchmal nachdenke.

Und das ist eine seltsame Art von Trauer. 😔

Denn niemand ist gestorben.

Es gibt keine Beerdigung.
Keine Blumen.
Keinen festen Tag, an dem alles zu Ende war.

Der Mensch lebt weiter.

Vielleicht nur ein paar Straßen entfernt.
Vielleicht irgendwo anders.
Vielleicht mit einem neuen Leben, in dem ich nicht mehr vorkomme.

Und ich lebe auch weiter.

Nur eben ohne dieses Wir.

Vielleicht vermisse ich dabei gar nicht den Menschen, der er heute ist.
Vielleicht vermisse ich den Menschen von damals.

Die Gespräche.
Das Lachen.
Die Selbstverständlichkeit.

Dieses Gefühl, mich nicht erklären zu müssen.

Vielleicht vermisse ich sogar mich selbst, wie ich damals war.

Unbeschwerter.
Vertrauter.

Noch ohne diese Geschichte zwischen uns.

Manchmal hängen wir deshalb so lange an Menschen fest, weil wir hoffen, dass nicht nur sie zurückkommen.

Sondern auch die Zeit. ⏳

Der eine Abend.
Der vertraute Blick.
Das alte Gefühl.

Doch Zeit geht selten rückwärts.

In der Bibel steht:

„Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“
– Prediger 3,1

Das Begegnen hat seine Zeit.
Das Vertrautwerden.
Das gemeinsame Lachen.

Vielleicht auch das Auseinandergehen.

Nicht jeder Mensch, der einmal wichtig war, bleibt für immer nah.

Und nicht alles, was endet, war deshalb falsch.

Das fällt mir schwer.

Denn wir bewerten Beziehungen oft nach ihrem Ende.

Als wäre alles umsonst gewesen, nur weil es nicht geblieben ist.
Aber vielleicht war etwas trotzdem echt.

Für diese Zeit. ❤️

Vielleicht hat ein Mensch mich getragen, als ich es brauchte.
Vielleicht haben wir ein Stück Leben geteilt.
Vielleicht hat er Spuren hinterlassen, die nicht verschwinden, nur weil wir heute getrennte Wege gehen.

Und trotzdem darf es wehtun.

Ich muss das Ende nicht schönreden.

Muss nicht behaupten, dass alles gut so ist.

Manches hätte ich gern behalten.
Manches fehlt mir noch immer.

Aber vielleicht bedeutet Loslassen nicht, dass mir ein Mensch egal wird.
Vielleicht bedeutet es nur, dass ich aufhöre, an einer Tür zu warten, die sich nicht mehr öffnet.

Dass ich nicht mehr jeden Gedanken zurücktrage in eine Zeit, die vorbei ist.
Dass ich dankbar sein darf für das, was war.

Traurig über das, was nicht mehr ist.

Und trotzdem weitergehe. 🌿

Manche Menschen bleiben ein Teil unserer Geschichte, auch wenn sie keinen Platz mehr in unserem Alltag haben.

Und vielleicht darf ich jemanden vermissen, ohne zurückzugehen.
Darf ihn lieb behalten, ohne wieder Nähe herstellen zu müssen.
Darf mir wünschen, dass es ihm gut geht.

Auch aus der Ferne.

Die leere Stelle verschwindet vielleicht nie ganz.
Aber sie tut nicht mehr jeden Tag weh.

Nur manchmal.

Wenn ein Lied läuft. Ein Name fällt.
Oder ich etwas erlebe und für einen kurzen Moment denke:

Das hätte ich Dir früher erzählt. ❤️



Komm gut durch den Tag. ⚓️

Deine Mandy