Macht macht sichtbar
„Macht verdirbt den Menschen.“
Sagen wir schnell. Nicken zustimmend. Und zeigen auf „die da oben“.
Manager. Politiker. Milliardäre. Namen, die gerade wieder durch die Medien geistern.
Und ja – was man da liest, macht ohnmächtig. Weil es um Missbrauch geht. Um Menschen, die ihre Stellung ausnutzen. Um Abgründe. Aber vielleicht stimmt der Satz nicht ganz.
Vielleicht verdirbt Macht den Menschen nicht. Vielleicht macht sie nur sichtbar, was längst da ist.
Das ist der eigentlich unbequeme Gedanke.
Denn Macht beginnt nicht erst bei Millionen und Netzwerken. Macht beginnt im Kleinen.
In Beziehungen.
In Abhängigkeiten.
Im Schweigen.
In dem Wissen: „Ich komme damit durch.“
Vielleicht ist es genau das, was uns so erschüttert. Nicht nur das Ausmaß. Sondern die Erkenntnis, wozu der Mensch fähig ist, wenn er sich unangreifbar fühlt.
Jeremia schreibt einmal: „Nichts ist so abgründig wie das menschliche Herz. Voll Unheil ist es; wer kann es durchschauen?“ – Jeremia 17,9
Ich geb zu, wir hatten schon schönere Sätze fürs SeelenFutter Aber, ich glaub es ist ein ehrlicher.
Die Bibel romantisiert den Menschen nicht. Sie kennt seine Größe. Aber sie verschweigt seine Abgründe nicht.
Und genau deshalb ist Jesu Definition von Macht so radikal anders.
Er sagt: „Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ – Matthäus 20, 26
Nicht: Wer groß sein will, soll sich durchsetzen.
Nicht: Wer Einfluss hat, darf ihn ausspielen.
Nicht: Wer stärker ist, gewinnt.
Sondern: Wer wirklich groß ist, dient.
Das ist keine Schwäche. Das ist gezähmte Stärke.
Vielleicht ist das die eigentliche Frage hinter all den Schlagzeilen: Was mache ich mit der Macht, die ich habe?
Mit meinen Worten.
Mit meinem Einfluss.
Mit meiner Position.
Mit dem Wissen, das andere nicht haben.
Nutze ich sie für mich? Oder zum Schutz der Schwächeren?
Die Ohnmacht, die wir fühlen, wenn wir große Skandale sehen, ist real.
Wir können nicht alles ändern. Nicht alles aufdecken. Nicht alles richten.
Aber wir können entscheiden, wie wir mit dem umgehen, was uns anvertraut ist. Und vielleicht beginnt echte Veränderung nicht dort, wo Menschen unantastbar wirken. Sondern dort, wo einer sagt: Ich will meine Macht nicht missbrauchen. Ich will sie begrenzen. Ich will dienen.
Macht macht sichtbar, wer wir sind. Aber Liebe entscheidet, wer wir werden.
In diesem Sinne, hab eine schöne Woche!
Deine Mandy

😍
Und wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen… LG
Das ist ein richtig cooler Satz:
„Macht macht sichtbar, wer wir sind.
Aber Liebe entscheidet, wer wir werden!“
Und wir sind alle Geliebte Gottes!
Wieder einmal ein für mich passendes Seelenfutter am heutigen Tag ❤️