Karfreitag: Warum musste Jesus sterben?
Ihr Lieben,
Karfreitag.
Vielleicht hast Du Dich das schon mal gefragt:
Warum hängt dieser Jesus da eigentlich am Kreuz? Was soll das bringen?
Ganz einfach gesagt:
Weil bei uns Menschen ziemlich viel schiefläuft.
Nicht nur „da draußen“. Sondern auch hier. In uns.
Wir verletzen.
Wir lügen.
Wir ziehen uns raus.
Wir denken zuerst an uns.
Wir gehen über Grenzen – unsere und die von anderen.
Manchmal bewusst. Manchmal einfach so.
Und oft merken wir erst später, was wir angerichtet haben. Und dann? Dann bleibt da etwas.
Schuld.
Scham.
Dieses Gefühl: Ich hätte anders handeln müssen.
Und das Problem ist:
Wir kriegen das nicht einfach weg.
Kein „Sorry“ der Welt macht alles wieder gut.
Kein „Ich streng mich jetzt mehr an“.
Keine Zeit.
Manches bleibt.
Zwischen uns.
Zwischen Menschen.
Und auch… zwischen uns und Gott.
Und jetzt kommt Karfreitag.
Da hängt Jesus am Kreuz.
Nicht, weil er Mist gebaut hat.
Sondern weil er sagt: Ich trag das.
Das, was zwischen euch steht.
Das, was ihr nicht mehr geradebiegen könnt.
All die Schuld.
All das, was kaputt ist.
Ich nehm das auf mich.
Nicht, weil ihr perfekt seid.
Sondern genau, weil ihr es nicht seid.
Das Kreuz ist kein Zeichen dafür, dass Gott euch bestrafen will. Sondern dass er sagt: Ich will euch nicht verlieren.
Ich will nicht, dass Schuld das letzte Wort hat.
Also geh ich da selbst rein.
Nicht nur ein bisschen. Nicht nur oberflächlich.
Sondern ganz.
Bis dahin, wo Schuld am Ende hinführt: In den Tod.
Das klingt hart. Und ist es auch.
Aber schau mal:
Alles, was wir kaputt machen, bleibt nicht einfach neutral.
Es kostet.
Beziehungen gehen kaputt. Vertrauen stirbt. Manchmal innerlich. Manchmal ganz real.
Schuld ist nicht nur ein Fehler.
Sie hat Folgen.
Tiefe Folgen.
Und die kann man nicht einfach wegreden.
Und genau da setzt Karfreitag an:
Jesus tut nicht so, als wäre alles halb so wild.
Er sagt nicht: „Ach komm, passt schon.“
Sondern: Ich nehm das ernst.
So ernst, dass ich selbst die Konsequenz trage.
Bis zum Ende. Bis in den Tod.
Schon lange vorher wurde das so beschrieben:
„Er wurde durchbohrt wegen unserer Schuld, wegen unserer Sünden zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden haben.“ – Jesaja 53,5
Warum?
Weil genau da alles aufhört.
Weil der Tod das Endgültige ist.
Und wenn selbst das getragen ist…
dann bleibt nichts mehr übrig, was noch zwischen euch und Gott stehen müsste.
Kein Rest. Kein „aber das noch…“
Alles. Wirklich alles. Getragen.
Deshalb stirbt er.
Nicht, weil Gott ihn loswerden will. Sondern weil er sagt: Ich geh so weit, wie es nötig ist, damit nichts mehr zwischen uns stehen bleibt.
Damit Du nicht mehr kämpfen musst,
um irgendwie „genug“ zu sein.
Sondern einfach kommen kannst.
So wie Du bist.
