Zwischen tausend Gedanken

Ihr Lieben, mein Kopf ist gerade ziemlich voll. Voll mit Gedanken, Ideen, Fragen und Dingen, die alle irgendwie ihren Platz haben wollen. 😅

Einige von Euch wissen, dass ich neben meinem SeelenFutter auch Tobias (27) im Alltag begleite. Wir fahren zu Therapien, ich unterstütze ihn bei alltäglichen Tätigkeiten, gemeinsam erledigen wir Besorgungen und verbringen Zeit miteinander.

Tobias kann sich aufgrund einer Hirnblutung sprachlich nicht so ausdrücken, wie die meisten von uns es gewohnt sind. Unsere Kommunikation funktioniert deshalb etwas anders. Sie braucht Geduld, Aufmerksamkeit und, na ja, gute Ohren, um das „Tobianisch“ zu verstehen. 😉

Ich muss genau hinhören, hinschauen, nachfragen. Mich auf ihn einlassen. Und das mache ich gern.

Zwischendurch gibt es immer wieder Momente, in denen ich meinen Laptop auspacke. Während Tobias bei einer Therapie ist oder sich ausruht, schreibe ich ein paar Zeilen, bearbeite meine Webseite oder feile an einem Gedanken fürs nächste SeelenFutter. Dabei habe ich immer auch ein Auge auf Tobias.

Ich mag das sehr. Ich brauche nicht unbedingt einen Schreibtisch, absolute Ruhe und drei Stunden ungestörte Zeit, um kreativ zu sein. Manchmal entsteht ein guter Gedanke irgendwo zwischendrin.

Und dann ist da natürlich noch mein Leben zu Hause.

Mein Lieblingsmensch Dean, mit dem ich nicht nur den Alltag teile, sondern auch Zeit verbringen möchte, in der nicht ständig irgendein Projekt zwischen uns sitzt. Und unsere vier Vierbeiner, die sich herzlich wenig dafür interessieren, ob ich gerade mitten in einem wichtigen Gedanken stecke. 😅

Die wollen toben, kuscheln oder mir genau JETZT ihren Kopf ins Gesicht rammen. Ja, wirklich! 🐈🐈‍⬛

Leben halt. Und das ist schön! 🙂

Was Du morgens als fertiges SeelenFutter liest, hat oft schon einen längeren Weg hinter sich.

Denn ich suche mir nicht einfach irgendein Thema aus, schreibe ein paar nette Sätze dazu und setze am Ende einen Bibelvers darunter.

Ich beschäftige mich mit Fragen. Mit Gott. Mit Menschen. Mit Dingen, die mir begegnen oder die ich selbst noch nicht richtig verstanden habe.

Ich denke darüber nach, lese nach, hinterfrage meine eigene Sicht. Manchmal merke ich erst beim Schreiben, dass ich eigentlich auf etwas ganz anderes hinauswill. Dann fange ich eben noch mal an. 🙈

SeelenFutter ist für mich nicht nur Schreiben. Es ist auch ein Stück eigenes Nachdenken, Suchen und Lernen.

Und dann sind da noch Eure Kommentare und Nachrichten. Ich lese sie, freue mich darüber und würde am liebsten viel öfter darauf eingehen.

Ich möchte nicht, dass SeelenFutter irgendwann zur Fließbandarbeit wird. Morgens einen Text veröffentlichen, Kommentare einsammeln und schon wieder den nächsten schreiben. Dafür sind mir die Gedanken und die Menschen dahinter zu wichtig.

Aber ich schaffe es zeitlich einfach nicht, auf alles zu antworten. Das beschäftigt mich durchaus. Denn nur weil ich nicht antworte, heißt das nicht, dass ich Eure Worte nicht gelesen habe oder sie mir egal sind.

Und jetzt kommt noch mein Kalender für 2027 dazu.

Zwölf Monate. Zwölf Texte. Zwölf verschiedene Themen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so viel miteinander zu tun haben. Und doch zieht sich etwas durch alle hindurch … 😉

Dazu kommen Fotos, Gestaltung, Bildrechte, Druckdaten und gefühlt tausend kleine Entscheidungen.

Ich freue mich gerade sehr über das, was da entsteht! Manchmal sitze ich an einer einzigen Seite, schiebe etwas hin und her, ändere einen Satz, probiere ein anderes Bild aus. Irgendwann denke ich: Ja, jetzt passt’s!

Dann schaue ich auf die Uhr und stelle fest, dass schon wieder drei Stunden vergangen sind. 😅

Und so sehr ich es mag, mitten im Alltag kreativ zu sein, merke ich gerade, dass mir dieses ständige gedankliche Umschalten schwerfällt.

Ich kann vieles zwischendurch erledigen. Aber nicht jeden Gedanken einfach auf Pause drücken und später genau dort weitermachen.

Manche Themen brauchen Zeit, um in mir zu arbeiten.

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ – Prediger 3,1 (Lutherbibel 2017)

… daran müsste ich denken. Irgendwie denkt man da oft an die großen Veränderungen im Leben beziehen. Manchmal passt er auch zu den ganz alltäglichen Entscheidungen.

Zu der Erkenntnis, dass nicht alles gleichzeitig dran sein muss. Auch dann nicht, wenn einem alles wichtig ist.

Deshalb habe ich beschlossen, mir noch eine Woche für meinen Kalender zu nehmen. Das tägliche SeelenFutter macht in der kommenden Woche eine kleine Pause.

Nicht, weil mir die Ideen ausgehen oder ich keine Lust aufs Schreiben habe. Ganz im Gegenteil. Ich möchte mich gerade auf diese zwölf Monate konzentrieren, damit der Kalender hoffentlich noch Ende Oktober in den Druck gehen kann.

Vielleicht kennst Du das auch. Dass Du mehrere Dinge hast, die Dir am Herzen liegen, und irgendwann merkst, dass Du nicht allem gleichzeitig Deine volle Aufmerksamkeit schenken kannst.

Manchmal muss etwas für eine Weile warten. Nicht, weil es weniger wichtig ist. Sondern weil gerade etwas anderes dran ist.

Und so ist es jetzt bei mir.

Ich verschwinde also nicht. Ich bin nur gedanklich gerade ziemlich tief zwischen zwölf Kalenderblättern verschwunden. 😉

Bis bald, Ihr Lieben! ❤️