„Ich halte mich da raus.“

Ich halte mich da raus.“

Kein Drama. Kein Streit. Kein Ärger.

Wir wollen einfach unsere Ruhe.
Unser Leben.
Unseren kleinen Frieden.

Und ehrlich gesagt: Das klingt erstmal ziemlich vernünftig.

Nicht überall mitmischen.
Nicht jeden Konflikt austragen.
Nicht jedes Problem zu seinem eigenen machen.

Man kann schließlich nicht die ganze Welt retten.

Also gehen wir weiter.
Scrollen weiter.
Schauen weg.

Ich halte mich da raus.“

Doch manchmal passiert genau in diesem Moment etwas.

Jemand wird übergangen.
Jemand wird schlecht behandelt.
Jemand wird lächerlich gemacht.

Und alle merken es.

Aber keiner sagt etwas.

Nicht, weil Menschen böse sind.
Sondern weil sie gut sein wollen.

Kein Streit.
Kein Stress.
Keine unangenehme Situation.

Also bleibt alles still.

Und genau so bekommt Ungerechtigkeit ihren Platz.

Nicht, weil sie laut ist. Sondern weil so viele leise bleiben.

Jesus erzählt einmal eine Geschichte. Vielleicht kennst Du sie.

Ein Mann wird überfallen. Ausgeraubt. Zusammengeschlagen.
Er bleibt am Straßenrand liegen.

Dann kommt ein Priester vorbei. Ein religiöser Mann. Einer von den Guten.

Die Bibel sagt: Er sah ihn – und ging weiter.

Später kommt ein Levit. Auch ein religiöser Mensch. Auch jemand, der wusste, was richtig ist.

Und wieder steht da: Er sah ihn – und ging weiter.


Sie
haben ihn nicht übersehen. Das ist vielleicht das Erschreckende.

Sie haben ihn gesehen.

Und sind trotzdem weitergegangen.

Vielleicht, weil sie keine Zeit hatten.
Vielleicht, weil es kompliziert gewesen wäre.
Vielleicht, weil sie sich gesagt haben:

Ich halte mich da raus.“

Und dann kommt einer, von dem niemand es erwartet hätte.

Ein Samariter.

Kein Vorbild.
Kein religiöser Held.
Eher einer von denen, über die man sonst die Nase rümpfte.

Aber er bleibt stehen.

Er verbindet die Wunden.
Er bringt den Mann in Sicherheit.
Er kümmert sich.

Und am Ende fragt Jesus: Wer von diesen dreien ist dem Überfallenen zum Nächsten geworden?“Lukas 10,36

Die Antwort ist eigentlich klar.

Nicht der, der alles wusste.
Nicht der, der religiös war.
Sondern der, der sich nicht rausgehalten hat.

Vielleicht ist das eine der stillsten Sünden der Guten:
Dass wir so sehr darauf achten, friedlich zu bleiben, dass wir vergessen, manchmal mutig zu sein.

Manchmal bedeutet Nächstenliebe nämlich nicht, ruhig zu bleiben.

Sondern stehen zu bleiben. Hinsehen. Und sich ein kleines Stück einzumischen.


In diesem Sinne, machs gut für heute! 

Deine Mandy

 

 

Themenwoche “Die Sünden der Guten”

Rückblick auf die Woche – hier findest Du alle SeelenFutter dazu.