Sexueller Missbrauch – und wo steht Gott?
Ihr Lieben, SeelenFutter soll morgens Mut machen.
Aber ich glaube, echter Mut zeigt sich oft erst dort, wo wir anfangen über Dinge zu sprechen, über die lange geschwiegen wurde. Dinge, die Teil dieser Welt sind. Und manchmal auch Teil unserer eigenen Geschichte.
Vielleicht liest Du diese Zeilen heute einfach nur als Gedanken.
Vielleicht aber auch, weil dieses Thema Dein Leben berührt.
Der heutige Text berührt ein sensibles Thema: sexuellen Missbrauch. #triggerwarnung
Wenn Dir das gerade zu nahe geht, lies bitte nur so weit, wie es sich für Dich richtig anfühlt.
Manchmal brauchen Worte sehr lange, bis sie ausgesprochen werden.
Manche Verletzungen verändern nicht nur ein Leben.
Sie verändern auch ein Wort. Für manche Menschen ist dieses Wort: Gott.
Weil sie als Kinder missbraucht wurden – von Menschen, die gleichzeitig von Gott gesprochen haben.
In Kirchen. In Gemeinden. An Orten, die eigentlich Schutz versprechen sollten.
Und ich frage mich manchmal: Wie kann man danach überhaupt noch das Wort „Gott“ hören?
Wenn jemand Dir von Liebe predigt – und Dir gleichzeitig Gewalt antut.
Wenn jemand Dir von Vertrauen erzählt – und genau dieses Vertrauen missbraucht.
Viele, die so etwas erlebt haben, tragen das ein Leben lang mit sich.
Scham. Wut. Sprachlosigkeit.
Und ja – auch ich weiß, wie sich so etwas anfühlen kann.
Nicht in kirchlichen Räumen. Aber als Teil meiner eigenen Geschichte.
Und manchmal bleibt auch dieser Gedanke: Vielleicht war sogar Gott gegen mich.
Aber weißt Du was?
Missbrauch hat viele Gesichter. Doch eines ist er nie: göttlich.
Kein Täter handelt „im Namen Gottes“.
Auch wenn er ein Kreuz trägt. Auch wenn er Bibelverse zitiert. Auch wenn er ein Amt hat.
Das Wort „Gott“ kann jeder aussprechen. Aber ob jemand aus dem Geist Gottes lebt – zeigt sich im Umgang mit Menschen. Gott steht niemals auf der Seite derer, die Macht über Schwächere missbrauchen.
Jesus hat einmal gesagt: „Was ihr einem von diesen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ – Matthäus 25, 40
Wenn das stimmt – dann steht Jesus nicht auf der Seite der Täter.
Dann steht er bei den Verletzten.
Bei denen, denen niemand geglaubt hat.
Bei denen, die jahrelang geschwiegen haben.
Vielleicht ist echter Glaube manchmal genau das: die Wahrheit nicht zuzudecken.
Hinsehen. Zuhören. Den Mut haben zu sagen: Das war Unrecht.
Und Menschen glauben, wenn sie ihre Geschichte erzählen.
Denn Schweigen schützt nie die Opfer. Es schützt fast immer die Täter.
Und vielleicht beginnt Heilung genau da, wo jemand endlich sagt:
Das war Unrecht.
Du bist nicht schuld.
Und Gott hat das nie gewollt.
Verbunden in der Hoffnung, dass Wahrheit ausgesprochen wird und Heilung ihren Weg findet.
Deine Mandy
Vielleicht hast Du beim Lesen gemerkt, dass dieses Thema Deine eigene Geschichte berührt.
Dann möchte ich Dir sagen: Du musst damit nicht allein bleiben.
Es gibt Menschen, die zuhören, ernst nehmen und unterstützen – anonym und kostenlos.
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch
📞 0800 22 55 530
www.hilfe-telefon-missbrauch.online
Beratung auch per Chat oder Online-Nachricht möglich.
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
📞 116 016
www.hilfetelefon.de
Rund um die Uhr erreichbar – auch per Chat und in vielen Sprachen.
Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS
📞 116 006
www.weisser-ring.de
Unterstützung für Opfer von Gewalt und Kriminalität.
Für Kinder und Jugendliche:
Nummer gegen Kummer
📞 116 111
www.nummergegenkummer.de
Du bist nicht allein. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Stärke.
