„Steh auf, nimm deine Matte und geh.“
Ihr Lieben,
gestern ging es im SeelenFutter um den gelähmten Mann am Teich Bethesda.
Um diesen Menschen, der 38 Jahre dort lag und hoffte, dass irgendwann etwas anders wird.
Und dann sagt Jesus zu ihm: „Steh auf, nimm deine Matte und geh.“ – Johannes 5, 8
Es tut mir leid, aber da müssen wir heute nochmal drüber reden, weil mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf geht.
Nimm deine Matte und geh.
Erst dachte ich: Ja gut. Wer soll sie auch sonst wegräumen?
Steht ja gefühlt überall: Nimm Deinen Müll mit.
Hinterlasse Deinen Platz so, wie Du ihn vorfinden möchtest.
Im Zug. Im Park. Am Badesee. Überall.
Aber ich glaube einfach mal nicht, dass Jesus nur den Bethesda-Teich sauber halten wollte. 😉
Diese Matte war ja nicht einfach Müll.
Sie war sein Platz. Sein Alltag. Seine Geschichte.
38 Jahre lagen darauf. Ok, vielleicht gabs auch mal ne neue Matte zwischendrin … Du weißt wie ich mein … all das was er mit dieser Matte verbindet.
Sein Warten.
Seine Enttäuschungen.
Sein Immer-wieder-zu-spät.
Sein „Kein Mensch hilft mir“.
Und vielleicht kannten ihn viele gar nicht mehr ohne diese Matte.
Der Mann am Teich.
Der Mann, der da liegt.
Der Mann, der nicht weiterkommt.
Ich kenne das Wort „Platte machen“ noch aus einer schwierigen Zeit in meinem Leben.
Mehr muss ich dazu gar nicht erzählen.
Nur so viel: Eine Matte kann mehr sein als eine Matte.
Sie kann ein Stück Schutz sein.
Ein kleines Stück Zuhause, wenn sonst wenig zuhause ist.
Etwas zwischen Dir und dem kalten Boden.
Etwas, worauf Du sitzt, schläfst, wartest, aushältst.
Vielleicht berührt mich deshalb dieser Satz so: „Nimm deine Matte und geh.“
Weil Jesus nicht sagt: Lass alles liegen. Fang einfach komplett neu an.
Er sagt: Nimm sie mit.
Vielleicht, weil unsere Geschichte nicht einfach verschwindet, nur weil wir weitergehen.
Vielleicht, weil Gott nicht wegwirft, worauf wir überlebt haben.
Vielleicht, weil Heilung nicht bedeutet: Das war nie.
Sondern eher: Das war.
Das hat wehgetan. Das hat mich geprägt.
Das gehört zu meiner Geschichte.
Aber es ist nicht mehr der Ort, an dem ich liegen bleiben muss.
Vorher hat die Matte ihn getragen. Jetzt trägt er die Matte.
Und vielleicht ist genau das manchmal der Anfang von Heilung:
Nicht, dass alles Alte weg ist. Sondern dass es seine Macht verliert.
Dass ich meine Geschichte nicht verleugnen muss.
Aber auch nicht für immer auf ihr liegen bleiben muss. ❤️
„Steh auf, nimm deine Matte und geh.“
Geh weiter. …. mit Deiner Geschichte.
Ich glaube das Beste kommt erst noch!
Alles Liebe!
Mandy
