Schuld und Scham – und Gottes Frage: „Wo bist Du?“
Ihr Lieben, es gibt zwei Gefühle, die oft verwechselt werden – und doch ganz verschieden sind: Schuld und Scham.
Schuld sagt: „Ich habe etwas falsch gemacht.“
Scham sagt: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Schuld kann man anschauen. Man kann sie aussprechen.
Man kann um Entschuldigung bitten. Und manchmal wird sie sogar vergeben. 🤝
Scham dagegen versteckt sich.
Sie flüstert leise:
„Wenn die anderen wüssten, wie Du wirklich bist …“
„Du bist nicht gut genug.“
„Du passt nicht hierher.“
Scham kriecht tief unter die Haut. Und oft tragen Menschen sie jahrelang mit sich herum – ohne je darüber zu sprechen.
Die Bibel erzählt schon ganz am Anfang eine bemerkenswerte Szene.
Nachdem Adam und Eva vom Baum gegessen hatten, heißt es:
„Da wurden ihnen die Augen geöffnet … und sie merkten, dass sie nackt waren.“ – 1. Mose 3,7
Der erste Reflex der Menschen war nicht Reue.
Es war Scham. Sie versteckten sich. 🌿
Vielleicht kennst Du dieses Gefühl auch.
Nicht unbedingt wegen einer großen Sache. Manchmal reicht schon ein Gedanke. Ein Fehler. Eine Geschichte aus der Vergangenheit. Und plötzlich fühlt man sich klein. Unwürdig. Als müsste man sich verstecken.
Doch interessant ist, was Gott in dieser Geschichte macht.
Er ruft nicht: „Schämt euch!“ Er ruft: „Wo bist du?“ – 1. Mose 3,9
Keine Anklage. Sondern eine Frage.
Fast so, als würde Gott sagen: Komm raus aus deinem Versteck.
Vielleicht ist das einer der wichtigsten Gedanken des Glaubens:
Gott begegnet uns nicht erst dann, wenn wir perfekt sind.
Sondern genau dort, wo wir uns am liebsten verstecken würden.
Schuld kann vergeben werden. Scham darf ans Licht kommen.
Und manchmal beginnt Heilung genau in dem Moment, in dem ein Mensch merkt:
Ich muss mich vor Gott nicht verstecken. ❤️
Mandy
