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5 Comments

  1. Julia
    18. März 2026 @ 8:57

    Guten Morgen,

    ich liebe die Texte, aber heute bekomme ich Bauchschmerzen.

    Hier werden einige Dinge in einen Topf geworfen, die, wie ich finde, dort nicht zusammen hineingehören.

    Wir müssen doch als Menschen anderen soweit vertrauen, dass sie einen Rat oder eine Idee für sich einordnen können und sagen “kann ich gebrauchen” oder ” kann ich nicht gebrauchen”.
    Natürlich gibt es sensible und unsensible Arten, sowas zu formulieren (“du musst unbedingt …ich sag es dir!!” vs “ich habe gute Erfahrungen gemacht mit…”).

    Aber wenn wir jetzt nicht mehr anderen Ideen geben, weil wir Angst haben, der andere könnte sich durch den bloßen ausgesprochenen Gedanken schon bedrängt fühlen, vereinzelt unsere Gesellschaft ja noch mehr.

    Ich glaube wir brauchen keine Signale in Richtung “das muss der/die jetzt selber irgendwie…”. Menschen fühlen sich schon genug “lost”.

    Nein, wir tragen nicht “schon alles in uns”, weil wir alle kleine Götter sind, wie uns der “westliche Buddhismus” im Coaching-Gewand weismachen will. Wir sind als Menschen aufeinander angewiesen, also lassen wir bitte einander nicht hängen! Am Ende noch deshalb, weil es für uns viel bequemer ist, zu sagen: das muss die/der jetzt selber irgendwie…

    Das selbe mit praktischer Hilfe. Einfach auf der Matte stehen und loslegen kann übergriffig sein. Aber wenn man freundlich anbietet und eine dankbare Zustimmung bekommt, ist das doch wunderbar. Trotzdem sollte für uns vielleicht alle gelten: Hilf’ mir, es selbst zu tun.
    Eine Abhängigkeit sollte nicht das Ziel sein, und da muss sich jeder prüfen: Möchte ich mit meiner praktischen Hilfe jemanden abhängig machen, weil das meinen Selbstwert auflädt? Oder: lasse ich mich jetzt in diese Abhängigkeit hineinfallen, weil ich mir selber nichts zutraue?
    Abhängigkeit wird sich manchmal nicht vermeiden lassen, und dann muss man auch nicht verbissen dagegen ankämpfen. Zum Beispiel, wenn man kleine Kinder hat und davon abhängig ist, dass das Geld nicht aus der eigenen Erwerbstätigkeit, sondern irgendwo anders herkommt, oder davon, dass andere Menschen das Kind betreuen. Oder teils teils. Alles ist okay, hauptsache nicht verkrampft.

    Der Artikel enthält auch einen Ratschlag: Halte dich lieber zurück mit deinen Hilfsangeboten und deiner Lebensweisheit, vielleicht kommt der andere nicht damit klar. Das macht doch “den anderen” auch irgendwie zum hilflosen Opfer.

    Lassen wir einander nicht hängen, ein jeder trage des anderen Last! Das ist der Geist, in dem ich leben möchte.

    Alles Liebe,

    Julia

    Reply

    • Ulrike Meys-Christmann
      18. März 2026 @ 10:33

      Ich muss sagen liebe Julia, da stimme ich dir in allem bei❤️ich sehe es ganz genauso🙏

      Reply

    • Mandy
      18. März 2026 @ 12:58

      Liebe Julia, danke Dir für Deinen ausführlichen und ehrlichen Kommentar ❤️

      Ich glaube, wir sind uns in einem ganz wichtigen Punkt absolut einig: Wir brauchen einander. Und „ein jeder trage des anderen Last“ ist für mich kein netter Zusatz – sondern zentral.
      Und genau deshalb war mir dieser Text wichtig.

      Mir ging es nicht darum zu sagen: „Hilf weniger.“ Oder: „Halte Dich lieber raus.“

      Sondern darum, eine Spannung sichtbar zu machen, die wir oft übersehen: Dass Hilfe – so gut sie gemeint ist – auch kippen kann.
      Dass sie manchmal nicht stärkt, sondern lenkt.
      Nicht trägt, sondern ein Stück Selbstverantwortung abnimmt.

      Ich glaube nicht, dass Menschen „alles in sich tragen“ und niemanden brauchen.Im Gegenteil.

      Aber ich glaube auch, dass echte Hilfe den anderen nicht kleiner macht, sondern ihn ernst nimmt.

      Und genau da wird es für mich ehrlich:
      Warum helfe ich gerade?
      Wirklich für den anderen?
      Oder auch, weil ich es selbst kaum aushalte, wenn es nicht läuft?

      Ich wünsche mir keine Gesellschaft, in der wir uns zurückziehen.
      Sondern eine, in der wir einander so helfen, dass Menschen wachsen können – nicht abhängig werden.

      Danke Dir, dass Du diesen wichtigen Gegenakzent gesetzt hast.

      Alles Liebe
      Mandy

      Reply

  2. Katrin
    18. März 2026 @ 13:07

    Das hast Du sehr treffend beschrieben in ” ich bete für Dich” und in ich wollte doch nur helfen ‘ Sehr gut danke, genau das wollte ich schon immer mal sagen.
    Wie gut das Du es getan hast! Sehr tröstlich, fühle mich verstanden. DANKESCHÖN

    Reply

  3. Susanne
    18. März 2026 @ 23:27

    Danke an alle für die verschiedenen Blickwinkel, aus denen man dieses Thema betrachten kann 🙏

    Ich habe es selber erlebt, dass gut gemeinte Hilfe sehr einengen kann und man ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sie ablehnt…eigene Fehler machen, daraus lernen…das war mir wichtig…jetzt muss ich allerdings lernen, auch mal Hilfe zuzulassen…die Freiheit haben wir, ja zu sagen oder nein. Allerdings sollte die
    Hilfe “auf Augenhöhe” angeboten werden, nicht besserwisserisch…. denn es ist sehr verletzend, wenn man merkt, es geht gar nicht um mich…..dass der andere nur hilft, um sich selber besser zu fühlen oder gar vor anderen darüber zu erzählen….dann kippt die Hilfe…

    Im Zweifelsfall ist es aber sicher besser, Hilfe anzubieten. Die Entscheidung des anderen jedoch zu akzeptieren, ob er sie möchte oder nicht…nicht aufdrängen oder bei Ablehnung dem anderen ein schlechtes Gewissen machen….

    Mandy wollte uns die Spannungen aufzeigen, die entstehen können, wenn zu unsensibel mit ” Hilfe” umgegangen wird.

    Zu viel Unterstützung kann den anderen unselbständig und abhängig machen, zu wenig übersieht die Bedürftigkeit des anderen.

    Wie gut, dass wir unseren himmlischen Vater um Hilfe bitten dürfen, ER hat den Überblick und gibt uns das rechte Maß.

    Bevor wir helfen, sollten wir darum bitten, das jeweils Richtige zu tun 🙏

    Reply

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