Früher war ich anders
Manchmal passiert etwas Merkwürdiges.
Man sitzt irgendwo – im Bus, am Küchentisch oder beim Spazierengehen – und denkt plötzlich an früher.
Und dann merkt man: So wie ich damals gedacht habe … denke ich heute gar nicht mehr. Dinge, die mich früher aufgeregt haben, berühren mich heute kaum noch. Und Dinge, die ich früher wichtig fand, wirken plötzlich erstaunlich unwichtig.
Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich eigentlich alte SeelenFutter-Texte wiederhole. Ob ich nicht einfach welche von vor zehn Jahren nochmal posten könnte. Rein praktisch wäre das möglich. Aber während sie das sagte, dachte ich: Ehrlich gesagt würde ich manches heute gar nicht mehr so schreiben. Nicht, weil es damals falsch war. Sondern weil ich heute manches anders sehe.
Man erlebt Dinge. Man verliert Sicherheiten. Man versteht Menschen vielleicht ein bisschen besser. Und plötzlich merkt man: Der Mensch, der ich früher war, würde heute manches ganz anders sehen. Manche Überzeugungen sind leiser geworden. Manche Gewissheiten sind brüchig geworden. Und dafür sind neue Fragen entstanden.
Die Bibel beschreibt Veränderung einmal so: „Passt euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Denkens.“
– Römer 12,2
Verwandlung.
Das ist kein einmaliger Moment. Das ist ein Weg.
Heute schaust Du auf manche Dinge anders als noch vor ein paar Jahren.
Du glaubst anders. Du liebst anders. Und Du urteilst vorsichtiger über andere.
Nicht, weil Du unsicherer geworden bist. Sondern weil Du mehr gesehen hast vom Leben.
Menschen verändern sich. Durch Erfahrungen. Durch Fehler. Durch Begegnungen. Durch Dinge, die wehgetan haben – und durch Dinge, die gutgetan haben.
Und irgendwann merkt man: Der Mensch, der ich früher war, würde manches heute ganz anders sehen.
Und das ist kein Verlust. Das ist Wachstum. Vielleicht gehört genau das zum Leben – und auch zum Glauben:
Nicht stehen bleiben. Sondern unterwegs bleiben.
Und irgendwann zurückblicken und denken: Ich bin nicht mehr derselbe Mensch.
Und das ist vielleicht genau so gedacht.
Und deshalb bin ich dankbar für die Menschen auf meinem Weg. Für die, die mir gutgetan haben. Und für die, an denen ich wachsen musste.
Und wer weiß … wenn ich diesen Text in zehn Jahren wieder lese, denke ich vielleicht: „Ach Mandy … so hast Du das damals gesehen.“
Und wahrscheinlich bin ich dann schon wieder ein bisschen anders.
Und das ist gut so. 🙂
Oh happy Day!
Deine Mandy
