Familie ohne Stammbaum
Ihr Lieben, gestern war Muttertag. 🌷
Für manche ein schöner Tag.
Für andere eher ein … seltsamer Tag.
Ich glaube, Muttertag kann sehr unterschiedlich weh oder gut tun.
Die einen posten Blumen, Kuchen, Umarmungen und „I ❤️ Mum“-Ballons.
Und ich gönne das wirklich jedem Menschen, der diesen Tag so feiern kann.
Aber ich merke auch: Für manche ist Muttertag nicht liebevoll.
Sondern kompliziert.
Nicht, weil in Familien mal gestritten wird.
Das ist normal. Menschen sind Menschen.
Da kracht es, da nervt man sich, da ist nicht immer alles happy.
Aber es gibt eben auch Familien, die sich Familie nennen und trotzdem kein sicherer Ort sind.
Familien, bei denen man nicht denkt: Da kann ich mich fallen lassen.
Sondern eher: Da muss ich aufpassen.
Und ich glaube, genau deshalb schlucken manche an solchen Tagen kurz.
Weil da etwas längst vorbei sein kann und trotzdem bleibt.
Das, was war. Oder das, was nie war.
Ich merke an solchen Tagen: Familie ist kein einfaches Thema für mich.
Ich habe keine Familie, in die ich mich selbstverständlich fallen lassen kann.
Kein großes Netz im Hintergrund.
Keinen Ort, an dem ganz klar ist: Da gehöre ich hin.
Und sicher bin ich damit nicht allein.
Vielleicht gibt es mehr Menschen, als man denkt, die an Muttertag lächeln und innerlich kurz nicht wissen, wohin mit sich. Vielleicht berührt mich deshalb die Geschichte von Mose so. (2. Mose 2,1–10)
Mose wird als Baby in ein kleines Kästchen aus Schilfrohr gelegt und am Ufer des Nils ins Schilf gesetzt. 🧺
Nicht einfach irgendwo in die Strömung.
Sondern dorthin, wo seine Mutter noch hoffen konnte:
Irgendjemand wird ihn finden.
Irgendjemand wird hinschauen.
Das klingt erstmal trotzdem furchtbar.
Ein Baby am Wasser.
Allein.
Ausgeliefert.
Aber seine Mutter tut das nicht, weil sie ihn nicht will.
Sie tut es, weil sie ihn retten will.
Der Pharao hatte befohlen, alle hebräischen Jungen zu töten.
Und Moses Mutter versteckt ihr Kind drei Monate lang.
Drei Monate Angst.
Drei Monate hoffen, dass niemand etwas hört.
Drei Monate ein Baby lieben und gleichzeitig wissen: Ich kann es nicht auf Dauer schützen.
Und irgendwann geht es nicht mehr.
Sie tut, was sie noch tun kann.
Nicht, weil sie aufgibt.
Sondern weil sie keine sichere Möglichkeit mehr sieht.
In meinen Augen war das kein Aufgeben.
Es war Liebe in ihrer schwersten Form.
Loslassen … um zu schützen.
Und dann ist da Miriam, seine Schwester.
Sie geht nicht weg. Sie bleibt in der Nähe.
Sie beobachtet. Sie wartet. Sie passt auf.
Auch das ist Liebe.
Und dann kommt die Tochter des Pharaos.
Ausgerechnet sie.
Eine Frau aus dem Haus des Mannes, der diesen grausamen Befehl gegeben hatte.
Sie sieht das Kind. Sie hört es weinen. Und sie hat Mitgefühl.
Sie schaut nicht weg …
Mose wird nicht von einer perfekten Familie gerettet.
Da war nicht viel mit heilem Zuhause.
Und trotzdem wird er getragen.
Von mehreren Frauen.
Von seiner Mutter, die loslassen muss.
Von seiner Schwester, die wach bleibt.
Von einer fremden Frau, die Mitgefühl hat.
Und ich denke: Vielleicht ist Familie manchmal genau das.
Nicht immer der Stammbaum.
Nicht immer die Menschen, die offiziell dazugehören.
Nicht immer die, die denselben Namen tragen.
Manchmal ist Familie der Mensch, der bleibt.
Die Freundin, die fragt, wie es wirklich geht.
Der Nachbar, der hilft. Die Frau, die zuhört.
Der Mensch, der nicht sagt: „Geht mich nichts an.“
Jesus sagt einmal:
„Wer tut, was Gott will, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ – Markus 3, 35
Vielleicht meint das auch:
Gottes Familie entsteht nicht nur dort, wo alles heil, ordentlich und vorzeigbar ist.
Sondern auch dort, wo Menschen einander schützen.
Wo sie zum Halt werden. Zu einem sicheren Ort. ❤️
Vielleicht hast Du so gesehen mehr Familie, als Du denkst.
Nicht unbedingt im Stammbaum. Aber in den Menschen, die bleiben.
Und manchmal auch in denen, die nur eine Weile mitgehen und trotzdem Spuren hinterlassen.
Weil sie etwas in uns heil gemacht haben.
Ich bin zurück. 💻 🙋🏼♀️ Auf in die neue Woche. ☀️
Eure Mandy ❤️

11. Mai 2026 @ 5:31
♥️
11. Mai 2026 @ 11:17
Danke❣️