Himmelfahrt: Nicht weg. Anders nah.
Ihr Lieben,
Himmelfahrt klingt erstmal nach: Jesus geht. Nach oben. Weg. ☁️
Ich mein, vorher war so viel passiert.
Jesus wurde gekreuzigt. Er starb. Wurde begraben.
Für seine Jünger war das nicht einfach nur traurig.
Es war das Ende von allem, worauf sie gehofft hatten.
Der Mensch, dem sie gefolgt waren.
Der Kranke berührt hatte.
Der Außenseiter gesehen hatte.
Der von Liebe, Vergebung und Gottes Nähe gesprochen hatte — hing plötzlich am Kreuz.
Tot.
Und dann erzählt die Bibel etwas, das bis heute der Mittelpunkt des christlichen Glaubens ist:
Am dritten Tag ist Jesus auferstanden.
Das große Trotzdem Gottes …
Und nach seiner Auferstehung war er nicht sofort „weg“.
Vierzig Tage lang begegnete er seinen Jüngern immer wieder.
Er sprach mit ihnen. Er aß mit ihnen.
Er erklärte ihnen so manches und bereitete sie darauf vor, dass es anders weitergeht.
Und dann kommt dieser Moment, weswegen heute Feiertag ist: Christi Himmelfahrt.
Ich stell mir das direkt bildlich vor … Jesus wird in den Himmel gebeamt. Oder steigt hoch wie ein Luftballon. 😅
Aber ich glaube, so platt ist das nicht.
„Himmel“ bedeutet in der Bibel nicht einfach: irgendwo oben.
Himmel meint wohl eher Gottes Nähe.
Etwas, das nicht weniger real ist, nur weil wir es nicht anfassen, messen oder fotografieren können.
Und vielleicht ist genau das der Knackpunkt.
Dass Himmelfahrt nicht erzählt: Jesus ist jetzt weit weg.
Sondern eher: Jesus ist nicht mehr so verfügbar wie vorher.
Und ich glaube, genau damit haben wir bis heute zu tun.
Denn mal ehrlich: Ein sichtbarer Jesus wäre manchmal schon praktisch.
Einer, der kurz neben uns auftaucht und sagt:
„Mach das so.“
„Lass das lieber.“
„Hab keine Angst.“
„Nein, Mandy, Du musst nicht schon wieder alles nachts um halb eins lösen.“ 😅
Einer, der greifbar ist. Eindeutig.
Nicht interpretierbar.
Aber so ist Glaube meistens nicht.
Ich sehe Jesus nicht, wenn ich morgens aufwache.
Er sitzt nicht am Küchentisch und sagt: „Kaffee zuerst. Entscheidungen später.“ ☕️
Ich kann ihm keine Sprachnachricht schicken und bekomme zwei blaue Häkchen zurück.
Ich kann ihn nicht bitten, mir kurz schwarz auf weiß zu bestätigen, was jetzt richtig ist.
Naja, bitten kann ich schon.
Aber Du weißt, was ich meine.
Und genau das macht Glauben manchmal schwer.
Glauben heißt nicht:
Ich verstehe alles.
Ich zweifle nie.
Ich habe immer ein warmes Gefühl im Bauch.
Ich habe ständig inneren Frieden.
Hab ich nicht.
Manchmal glaube ich und bin trotzdem unsicher.
Ich bete und weiß nicht, ob sich etwas bewegt.
Ich hoffe und merke gleichzeitig: Ich habe Angst.
Seit seiner Himmelfahrt ist Jesus nicht mehr sichtbar.
Die Jünger können ihn nicht mehr festhalten.
Nicht mehr direkt fragen: „Jesus, was sagst Du jetzt dazu?“
Sie müssen anfangen, mit dem zu leben, was sie von ihm gesehen und gelernt haben.
Und vielleicht ist das bis heute so.
Vielleicht frage ich nicht nur: „Wo ist Jesus?“
Sondern auch: „Was hat Jesus uns eigentlich gezeigt?“
Er hat Menschen gesehen, die andere übersehen haben.
Also versuche ich, nicht achtlos an jedem vorbeizugehen.
Er hat nicht auf die draufgetreten, die sowieso schon unten waren.
Also versuche ich, mit mir und anderen barmherziger zu sein.
Er hat Wahrheit gesagt, aber nicht lieblos.
Also versuche ich, ehrlich zu bleiben, ohne hart zu werden.
Er hat gebetet, auch als es schwer wurde.
Also bete ich manchmal auch nur: „Du, hier bin ich. Du siehst, was Sache ist. Bitte hilf mir.“
Vielleicht ist genau das Glaube.
Nicht Jesus sehen — und trotzdem versuchen, in seiner Spur zu bleiben.
Nicht alles fühlen — und trotzdem nicht so tun, als wäre Liebe egal.
Nicht alles verstehen — und trotzdem den nächsten richtigen Schritt gehen.
In der Apostelgeschichte stehen die Jünger nach der Himmelfahrt da und schauen Jesus hinterher. Und dann werden sie gefragt:
„Was steht ihr da und seht zum Himmel?“ – Apostelgeschichte 1,11
Ich mag diese Frage.
Vielleicht, weil sie nicht sagt:
„Stellt Euch nicht so an.“
Sondern eher:
„Bleibt nicht nur im Nachschauen hängen.“
Vielleicht ist Himmelfahrt die Erinnerung:
Jesus ist nicht mehr sichtbar vor uns.
Aber was er gelebt hat, ist nicht einfach weg.
Seine Worte sind noch da.
Seine Art ist noch da.
Sein Blick auf Menschen ist noch da.
Seine Hoffnung ist noch da.
Und manchmal wird genau dort etwas von ihm sichtbar:
Wenn jemand nicht zurückschlägt, obwohl er könnte.
Wenn jemand bleibt, obwohl Weggehen leichter wäre.
Wenn jemand vergibt, ohne das Unrecht schönzureden.
Wenn jemand einem Menschen Würde gibt, der sich selbst längst verloren hat.
Wenn jemand morgens wieder aufsteht und sagt: „Okay. Heute noch einmal Liebe versuchen.“
Himmelfahrt heißt für mich nicht: Jesus ist weg.
Sondern: Ich sehe ihn nicht so wie die Jünger damals.
Aber ich kann schauen, was von ihm in meinem Leben sichtbar werden kann.
Heute.
Hier unten.
Mitten im Alltag.
Nicht weg.
Nur anders nah. ⚓️❤️

14. Mai 2026 @ 6:13
Der Tod ist nichts…
Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich fur euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt. Gebraucht keine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig. Lacht weiterhin über das,
woruber wir gemeinsam gelacht haben. Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich, damit mein Name ausgesprochen wird, so wie es immer war, ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten. Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.
Erinnert mich an das Gedicht 💞