Ich lieb Dich – und kann Dich doch nicht halten
Ihr Lieben,
es gibt Menschen im Leben, die wird man immer lieben. ❤️
Selbst dann, wenn sie andere Wege gehen.
Andere Entscheidungen treffen.
Dinge tun, die ich nicht verstehe.
Oder vielleicht sogar Dinge, die ihnen nicht guttun.
Und ich sitze da und merke:
Wie sehr ich mir wünsche, dass ihr Leben gut wird.
Nicht oberflächlich gut. Sondern so richtig, richtig gut.
Erfüllt.
Heil.
Glücklich.
Getragen.
Ich wünsche ihnen, dass sie sich selbst finden.
Dass sie nicht verloren gehen in all dem,
was diese Welt ihnen anbietet – und gleichzeitig nimmt.
Und ja… wenn ich ganz ehrlich bin:
Ich wünsche mir noch mehr.
Dass sie geliebt sind.
Dass sie gehalten sind.
Dass ihr Leben nicht einfach irgendwo endet und das war’s dann.
Sondern dass da mehr ist.
Mehr als wir sehen.
Mehr als wir erklären können.
Ewigkeit.
Und genau da wird es schwer.
Weil ich merke:
Ich kann mir das wünschen.
Ich kann hoffen.
Ich kann beten. 🙏
Aber ich kann es nicht machen.
Ich kann niemanden da „reinziehen“.
Niemanden überzeugen.
Niemanden festhalten.
Nicht mal mit all meiner Liebe.
Und das fühlt sich manchmal ziemlich hilflos an.
Fast wie: Ich stehe am Rand und sehe zu, wie jemand seinen Weg geht …
und ich darf ihn nicht bestimmen.
Nicht korrigieren. Nicht übernehmen.
Nur begleiten.
Und das widerspricht allem in mir, was beschützen will.
Was bewahren will.
Was sagt: „Komm, ich zeig Dir den besseren Weg.“
Aber Liebe …
Liebe zwingt nicht. Liebe drängt sich nicht auf.
Liebe lässt sogar zu, dass ein Mensch Dinge erlebt,
die ich ihm gern erspart hätte.
Und das ist hart.
Weil es bedeutet:
Ich muss loslassen.
Immer wieder.
Meine Vorstellungen.
Meine Wünsche.
Meine Angst um Dich.
Und gleichzeitig… bleibt da etwas.
Eine leise, zähe Hoffnung.
Dass Du nicht verloren gehst.
Dass da jemand ist, der Dich sieht –
auch da, wo ich Dich nicht mehr erreiche.
Dass Du gehalten bist – auch wenn ich Dich nicht halten kann.
Und dann denke ich an Jesus.
Wie er Menschen begegnet ist.
Ohne Druck. Ohne Zwang.
Er ist niemandem mit erhobenem Zeigefinger hinterhergelaufen.
Aber er hat auch nie aufgehört,
Menschen zu sehen.
Zu lieben.
Ihnen Würde zu geben – selbst dann,
wenn sie ganz andere Wege gegangen sind.
Und manchmal…
sind Menschen einfach weitergegangen.
Und er hat sie gehen lassen.
Und genau das macht mir Hoffnung.
Dass ich nicht der einzige Mensch bin, der liebt und loslassen muss.
In der Bibel steht: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
(1. Timotheus 2,4)
Und ich glaub: Wenn das stimmt… dann hört diese Liebe nicht da auf, wo meine Möglichkeiten enden.
Dann geht sie weiter.
Weiter als meine Worte.
Weiter als mein Einfluss.
Weiter als mein Verstehen.
Und vielleicht ist mein Teil gar nicht, Dich zu retten.
Sondern Dich zu lieben.
Echt.
Frei.
Ohne Bedingungen.
Und darauf zu vertrauen, dass Liebe weiterreicht, als ich es je könnte.
Und vielleicht ist genau das schon ein Stück Ewigkeit:
dass Liebe bleibt – selbst da, wo ich Dich loslassen muss.
