Nicht perfekt. Aber läuft.
Manchmal habe ich das Gefühl, wir leben in einer Zeit, in der alles optimiert werden soll.
Der Körper. Die Ernährung. Die Morgenroutine. Der Schlaf. Die Produktivität. Der Glaube.
Alles soll besser werden.
Effizienter. Gesünder. Bewusster.
Und irgendwo dazwischen stehen wir selbst.
Mit diesem leisen Gefühl: Ich kriege das sowieso nicht hin.
Nicht konsequent genug. Nicht diszipliniert genug. Nicht organisiert genug.
Und irgendwann passiert etwas Seltsames.
Man versucht es gar nicht mehr.
Man schiebt Dinge auf.
Lässt sie liegen.
Denkt: Ach egal.
Interessant ist: Psychologen beobachten etwas Ähnliches beim sogenannten Messie-Syndrom.
Schätzungen gehen davon aus, dass Millionen Menschen betroffen sind.
Und viele von ihnen sind keine Chaoten.
Sondern Perfektionisten.
Menschen, die Dinge richtig machen wollen. So richtig richtig.
Und genau daran scheitern sie manchmal.
Weil der Anspruch so hoch ist, dass nichts mehr gut genug ist, um überhaupt anzufangen.
Perfektion führt dann nicht zu Ordnung. Sondern zu Stillstand.
Vielleicht kennst Du das.
Der Stapel Briefe. Die To-Do-Liste.
Der Vorsatz, endlich mal alles in den Griff zu bekommen.
Der Klamottenstapel auf dem Stuhl.
Die Wäsche, die „nur kurz“ liegen bleiben sollte. Und irgendwie bleibt sie.
Der Karton im Flur. Der da eigentlich gar nicht hingehört. Aber auch nicht wegkommt.
Die Mails, die man noch beantworten wollte.
Die Nachricht, bei der man denkt: Ich schreib später.
Und dann wird aus später … irgendwann.
Der Termin, den man längst hätte klären müssen.
Der Anruf, den man vor sich herschiebt.
Der Kühlschrank, der eigentlich mal ausgemistet gehört.
Die Schublade, die man schnell wieder zuschiebt.
Die Ecke, die man beim Putzen einfach auslässt.
Und irgendwo dazwischen dieses leise, nervige Gefühl: Ich müsste mal. Ich müsste wirklich mal. Ich müsste dringend mal.
Und irgendwann denkt man: Jetzt ist es sowieso zu viel.
Das ist wie so eine Schwelle … und irgendwie müsste man da drüber – aber man bleibt davor stehen.
Und während man noch überlegt, wird’s mehr.
Die Wäsche stapelt sich.
Die Bude staubt ein.
(Nein – nicht nur bei Dir geht das rasend schnell 😅)
Leute, vielleicht ist das Leben gar nicht dafür gemacht, perfekt sortiert zu sein.
Vielleicht ist das Chaos kein Zeichen, dass wir versagende Luschen sind.
Vielleicht ist es einfach ein Zeichen, dass wir Menschen sind.
Unfertig. Unterwegs. Manchmal überfordert.
Paulus schreibt einmal einen Satz, der mich immer wieder irritiert:
„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ – 2. Korinther 12,9
Und ganz ehrlich?
Da könnte man jetzt denken: Na super.
Wenn das stimmt – warum sind wir dann nicht alle kleine Alltagshelden?
Mit aufgeräumter Wohnung, perfekt gefalteter Wäsche und einem Leben, das einfach läuft?
Warum fühlt sich Schwäche so oft nicht nach „da wirkt Gott“ an, sondern eher nach: Ich krieg’s nicht hin.
Vielleicht, weil Gottes Kraft nicht dafür da ist, uns perfekt funktionieren zu lassen.
Nicht dafür, dass alles glänzt. Alles klappt. Alles unter Kontrolle ist.
Sondern dafür, dass wir nicht untergehen, wenn es eben nicht klappt. Dass wir nicht zerbrechen an unserem eigenen Anspruch. Dass wir uns selbst noch aushalten können – wenn’s stressig wird.
Vielleicht zeigt sich seine Kraft nicht darin, dass Dein Leben perfekt läuft. Sondern darin, dass Du trotzdem weitergehst. Dass Du lachst, obwohl’s drunter und drüber geht. Dass Du liebst, obwohl Du selbst nicht fertig bist. Dass Du nicht aufgibst – auch wenn Du’s manchmal willst.
Vielleicht ist das viel mehr Heldentum, als eine perfekte Bude es je wäre.
Vielleicht ist Gottes Kraft nicht dafür da, Dein Leben perfekt zu machen – sondern dass Du gehalten bist, wenn es das nicht ist.
🙂 Oh happy Day!
Mandy

24. März 2026 @ 5:49
HALLELUJA 🥳💪
DANKE Mandy
Passt 👏👏Genau diese Worte hab ich heute gebraucht – absolut alltagstauglich & ermutigend….& beruhigend ‼️‼️😉
AMEN 🤜🤛