War Jesus wirklich Gottes Sohn?
„Woher weißt Du, dass das alles stimmt mit Jesus?“
Ich glaube, hinter dieser Frage steckt oft noch eine zweite: „Was, wenn ich mich täusche?“
Wir leben in einer Zeit, in der man alles prüft. Man recherchiert, vergleicht, hinterfragt. Und das ist gut. Glaube, der keine Fragen aushält, ist schwach.
Historisch betrachtet gibt es unter ernstzunehmenden Historikern kaum Zweifel daran, dass Jesus von Nazareth gelebt hat. Seine Kreuzigung gilt als eines der am besten belegten Ereignisse der Antike.
Er trat öffentlich auf. Er lehrte. Er zog Menschen an, die ihm folgten.
Doch Christsein steht und fällt nicht mit der Frage, ob Jesus existierte. Sondern mit der Frage: Wer war er?
War er einfach ein kluger Mensch mit außergewöhnlichen Gedanken?
Einer, der Menschen Mut machte und neue Perspektiven eröffnete?
Oder jemand, der politisch zu unbequem wurde – und deshalb sterben musste?
Oder wirklich Gottes Sohn?
Und hier wird es anspruchsvoll.
Denn Jesus hat nicht nur Werte vermittelt. Er hat sich selbst in den Mittelpunkt gestellt.
Er vergab Sünden – etwas, das im jüdischen Verständnis Gott vorbehalten war.
Er sprach von Gott als seinem Vater in einzigartiger Weise.
Er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ – Johannes 14,6
Das sind keine poetischen Floskeln. Das sind Identitätsansprüche.
Natürlich könnte man sagen: Vielleicht war er ein außergewöhnlich guter Mensch – aber in dieser einen Sache hat er sich geirrt. Doch mal ehrlich: Wer ernsthaft überzeugt ist, Gottes Sohn zu sein, liegt nicht in einer kleinen theologischen Randfrage daneben. Das wäre eine fundamentale Selbsttäuschung.
Und Menschen, die sich in einer so zentralen Frage komplett irren, zeigen meist auch in anderen Bereichen Instabilität. Bei Jesus sehen wir etwas anderes.
Wir sehen innere Klarheit. Nüchternheit. Feindesliebe statt Fanatismus. Demut statt Machthunger. Keine Gewalt.
Keine Selbstinszenierung vor Gericht.
Das passt schwer zu jemandem, der in einer religiösen Größenidee gefangen ist.
Unmöglich ist es nicht. Aber es ist erklärungsbedürftig.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Jesus bis heute polarisiert. Weil er sich nicht neutral einordnen lässt.
Und dann kommt die Auferstehung.
Historisch betrachtet ist sie kein naturwissenschaftlich beweisbares Ereignis. Aber sie ist erklärungsbedürftig.
Nach der Kreuzigung war die Bewegung eigentlich beendet.
Ein gekreuzigter Messias war ein gescheiterter Messias.
Die Jünger hatten nichts zu gewinnen – nur Angst zu verlieren.
Und doch verkünden sie kurze Zeit später öffentlich: Er lebt.
Menschen, die geflohen waren, werden zu Menschen, die öffentlich auftreten.
Die Nachteile in Kauf nehmen. Die Verfolgung riskieren.
Natürlich kann man auch hier sagen: Sie haben sich geirrt.
Aber was hat diese radikale Veränderung ausgelöst? Eine kollektive Täuschung trägt selten über Jahre hinweg. Ein bewusst erfundener Mythos erklärt nicht, warum Menschen bereit sind, ihr Leben für etwas zu geben, von dem sie selbst wissen, dass es eine Lüge ist.
Das heißt nicht, dass damit alles bewiesen wäre. Aber es heißt: Die Auferstehung ist keine naive Erfindung, sondern eine ernsthafte Behauptung. Und trotzdem.
Selbst wenn man alle Argumente durchdenkt – Glaube entsteht nicht am Ende einer perfekten Beweisführung.
Er entsteht dort, wo Vernunft und Vertrauen sich berühren. ✨
Es gibt Momente in meinem Leben, in denen ich nicht nur über Gott nachgedacht habe, sondern ihn als Gegenüber erlebt habe.
Getragen, als ich es nicht aus mir selbst konnte. Getröstet, ohne dass sich die Umstände sofort änderten. Angesprochen durch Worte, die plötzlich persönlich wurden.
Das ist kein experimentell wiederholbarer Beweis. Aber es ist Erfahrung. Und Erfahrung ist mehr als Gefühl –
sie ist Begegnung. Und irgendwann verschiebt sich die Frage.
Nicht mehr nur: „Ist das historisch belastbar?“ Sondern: „Was, wenn es wahr ist?“
Was, wenn Gott wirklich Mensch geworden ist?
Was, wenn das Kreuz nicht Niederlage, sondern Selbsthingabe war?
Was, wenn Auferstehung bedeutet, dass der Tod nicht das letzte Wort hat?
Dann wäre das keine religiöse Randnotiz. Dann wäre es die tiefste Hoffnung, die diese Welt kennt.
Und ganz persönlich: Ich habe diese Frage nicht leichtfertig beiseitegeschoben.
Ich habe sie durchdacht. Hinterfragt. Gerungen.
Und ich komme immer wieder zu dem Punkt, an dem ich merke: Es ist vernünftig genug, um zu vertrauen. 🤍
Nicht, weil ich alles erklären kann. Sondern weil ich genug gesehen habe, um den nächsten Schritt zu wagen.
Vielleicht beginnt Glaube genau dort – wo man die Möglichkeit nicht mehr vorschnell abwehrt.
Wo man sagt: „Ich weiß nicht alles. Aber ich bin bereit, mich dieser Frage wirklich zu stellen.“
Und vielleicht liegt genau darin der Anfang. ✝️
Bis morgen beim SeelenFutter!
Mandy
