Was wir von Pinguinen über Resilienz lernen
So Freunde, da Pinguine ganz schön interessante Tiere sind, lass uns mal überlegen, was wir neben dem Pinguin-Gang noch von ihnen lernen können.
Wusstest Du z.B., dass Kaiserpinguine im Winter brüten? Nicht im Frühling. Nicht im Sommer. Im Winter.
Im antarktischen Winter. Bei Temperaturen bis zu –60 Grad. Bei Sturm, monatelanger Dunkelheit – und ohne Nahrung. Das Männchen trägt das Ei auf seinen Füßen. Vier Monate lang. Ohne zu fressen. Wenn es das Ei auch nur kurz absetzt, erfriert das Küken.
Wenn die Kälte zu extrem wird, rücken die Pinguine zusammen. Viele Körper, dicht an dicht. Die, die außen stehen,
halten den Wind und die Kälte aus – damit die anderen innen überleben können. Und irgendwann drehen sie sich.
Die Außenstehenden kommen nach innen. Andere übernehmen ihren Platz. Niemand bleibt für immer draußen.
Vielleicht ist das echte Resilienz. Nicht: Ich schaffe das allein. Sondern: Ich bleibe nicht allein.
Denn Resilienz heißt nicht, dass uns nichts mehr trifft. Nicht, dass uns Kälte, Sturm oder Dunkelheit egal wären.
Resiliente Menschen sind nicht härter. Sie sind nicht weniger verletzlich.
Resilienz bedeutet: Ich werde getroffen – aber ich zerbreche nicht daran. Sie beschreibt die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen, ohne sich selbst zu verlieren. Nicht, weil alles leicht ist. Sondern weil man Wege findet, mit dem Schweren zu leben. Und genau hier liegt oft das Missverständnis. Wir denken, Resilienz sei Zähne zusammenbeißen.
Aushalten. Durchziehen. Still sein. Funktionieren. Aber das ist keine Resilienz. Das ist Erschöpfung auf Dauer.
Die Pinguine zeigen etwas anderes: Sie passen sich an. Sie reagieren. Sie verändern ihre Position, wenn die Belastung zu groß wird.
Resilienz heißt also nicht: Ich bleibe draußen, koste es, was es wolle.
Sondern: Ich nehme ernst, was mir schadet – und tue etwas dagegen.
Manchmal bedeutet das, Hilfe anzunehmen. Manchmal, Grenzen zu setzen. Manchmal, einen Schritt zurückzugehen,
statt tapfer weiter nach vorne.
Wir Menschen bleiben oft draußen stehen, obwohl wir längst frieren. Aus Stolz. Aus Pflichtgefühl. Oder weil wir gelernt haben, dass stark ist, wer nichts braucht.
Dabei ist Resilienz genau das Gegenteil von Einsamkeit. Sie wächst dort, wo wir uns verbinden. Wo wir ehrlich werden. Wo Lasten geteilt werden dürfen.
Die Bibel denkt Resilienz deshalb nie als Heldentum. Sondern als etwas Gemeinsames: „Einer trage des anderen Last.“ (Galater 6,2)
Nicht: Jeder für sich. Sondern: Keiner allein.
Vielleicht musst Du gerade nicht stärker werden. Vielleicht reicht es, aufzuhören, so zu tun, als wäre alles okay. Vielleicht ist Resilienz heute einfach dieser eine Schritt: näher zu kommen.
Zu Gott. Zu einem Menschen. Oder ehrlich zu Dir selbst.
🐧❄️
Resilienz heißt nicht: Ich halte alles aus. Resilienz heißt: Ich bleibe nicht allein.
In diesem Sinne, hab einen guten Tag!
Deine Mandy
