Zwei Seiten – eine Suche
Es gibt Bibelstellen, bei denen ich hängen bleibe.
Weil … dass passt nicht zusammen 🤔
Auf der einen Seite steht Jesus. Sein Blick für den einzelnen Menschen, seine Nähe, seine Zuwendung.
Die Art, wie er Menschen wahrnimmt, sie ernst nimmt – ihnen begegnet.
Gerade im vorderen Teil der Bibel begegnen mir Texte, die hart sind: Gericht, klares Schwarz-Weiß-Denken, kein Erbarmen. Ganze Städte, ganze Völker. ☠️
Und ich merke, wie mich das anspannt – zwei Seiten, die gleichzeitig da sind und nicht zusammenpassen.
Ich stehe dazwischen und glaube nach wie vor: In Jesus sehen wir Gottes Persönlichkeit. Mehr als einen freundlichen Ausschnitt, sondern seine Haltung. Im Umgang mit Menschen. Wer Jesus ansieht, sieht, wie Gott Beziehung denkt.
Und genau deshalb hadere ich. Mit Texten, die keine Zwischentöne zulassen. Mit einem Denken, das nur richtig oder falsch kennt. Schwarz oder weiß. Leben oder Tod.
Wir sehnen uns nach Ordnung. Nach Erklärungen. Nach Eindeutigkeit.
Unklarheit macht unruhig. Widersprüche fordern uns heraus.
Aber vielleicht ist Glaube nicht dafür da, innere Spannungen sofort aufzulösen.
Vielleicht ist Glaube der Raum, in dem sie bleiben dürfen 🌱
Nicht alles lässt sich verstehen, einordnen oder erklären.
Manches lässt sich im Moment nur aushalten.
„Wie unergründlich sind seine Entscheidungen und wie unerforschlich seine Wege.“ – Römer 11, 33
Jesus hat nicht versprochen, dass alles Sinn ergibt. Aber er hat gezeigt, wo Gott zu finden ist: bei Menschen, die gesehen werden müssen.
Und so lese ich die Bibel nicht, um Antworten zu sammeln, sondern um unterwegs zu bleiben.
Mit Vertrauen – auch wenn Fragen offen bleiben.
Für heute reicht das.
Bis morgen!
Mandy

8. Januar 2026 @ 8:54
Liebe Mandy
das kann ich gut nachempfinden diese Spannung….geht mir auch so.
Danke für deine Gedanken. Frieden finden über dem ” Ungeklärten” , meine Begrenzung annehmen und doch das Vertrauen Gott ist gut…..
Liebe Grüße Andrea
8. Januar 2026 @ 14:19
Liebe Andrea,
danke von Herzen für Deine Worte.
Ich freue mich sehr, dass Dich mein SeelenFutter angesprochen hat und dass Du Vertrauen trotz offener Fragen erleben kannst – das ist wirklich ein Geschenk.
Liebe Grüße
Mandy
8. Januar 2026 @ 11:09
Liebe Mandy, genau das waren die Fragen, die mich auch lange Zeit umgetrieben haben. Nun habe ich Bücher gelesen und podcasts entdeckt, die mir weiterhelfen. Die Bibel ist ja von Menschen geschrieben und nicht von Gott. Sie haben geschrieben, wie sie Gott damals sich Gott vorgestellt haben. Sie haben Gott erfahren, aber immer auf dem Hintergrund ihres damaligen Denkens. Ich glaube, Gott hat sich den Menschen gezeigt, immer ein Stück mehr und in Jesus hat er sich dann ganz offenbart, so wie er gesehen und geglaubt werden möchte. So sehe ich im AT eeine Entwicklung seiner Offenbarung.
Tipp: Podcast von Martin Benz
Buch von Christoph Lenzen, gesund beten statt gesundbeten
Mit ganz lieben Grüßen und einem großen Dank für deine tiefen Gedanken, die du mit uns teilst.
Susi
8. Januar 2026 @ 14:23
Liebe Susi, danke Dir für Deine offenen Gedanken und den Podcast-Tipp.
Mandy
8. Januar 2026 @ 11:15
Hallo Mandy , danke das es dir auch so geht . Ich hadere schon lange mit diesem thema und könnte ganze Aufsätze darüber schreiben.
Weisst du wenn ich in der Bibel lese denke ich an die 64 rausgestrichenen Bücher, die das Konzil von Nizea einfach nicht mehr als zugehörig empfunden hat. Hier habe ich zum ersten Mal gelesen wie Jesus als Kind war ,was er in seiner Jugend gemacht hat . Was mit Adam und Eva geschah nachdem sie aus dem Paradies verbannt wurden . Ich will sagen vielleicht ist es nur die Hälfte der Bibel .
Apostel Thomas und Maria magdalena stellen Jesus sogar als einen sehr spirituellenJesus dar. Hier bekommt Jesus nochmals eine ganz andere Seite .
Kein Wunder das so viele Menschen auch Manifestieren vielleicht spüren Sie das Jesus auch in spiritueller Weise da ist.
Ich arbeite weiter an dem Thema. Finde aber auch das passt alles nicht so richtig zusammen .
Ein Pastor sagte mir einmal das alte Testament ist die Vorbereitung auf Jesus und mit Jesus änderte sich alles .
In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Tag .
Danke für deine Inspiration.
Kerstin
8. Januar 2026 @ 14:33
Liebe Kerstin, ja, da bin ich ganz bei Dir. Es gab tatsächlich viele weitere Schriften, die für manche Gemeinden wichtig waren und gelesen wurden. Die Bibel, wie wir sie heute kennen, war lange nicht festgelegt, sondern ist über einen langen Zeitraum gewachsen. Diese anderen Texte wurden nicht einfach „verworfen“, sondern oft als Zeugnisse ihrer Zeit verstanden – als Deutungen, Glaubensversuche, Suchbewegungen. Manche haben es in den Kanon geschafft, andere nicht, aber sie erzählen trotzdem viel darüber, wie Menschen Gott und Jesus verstanden haben.
Danke dir fürs Teilen Deiner Gedanken.
Liebe Grüße
Mandy
8. Januar 2026 @ 12:19
Wunderbar, DANKE Mandy, wie Du den “Bereich GLAUBE ” beschreibst… Und DANKE Kerstin für Deinen Hinweis auf die “apokryphen” Evangelien, auch wenn das Konzil von Nicea seinerzeit m.E. schon auch seine Berechtigung hatte. Es ist schon schwierig genug, das “gültige” NT einigermaßen zu verstehen (insbesondere die Offenbarung des Johannes… Da wage ich mich – ehrlich gesagt – gar nicht ran). Aber um hier (Euch) nicht noch mehr voll zu texten: …Der Pastor hat sicher Recht: Das AT war die Vorstufe, der Hinweis, die Ankündigung auf JESUS CHRISTUS. Mit IHM kam die Zeitenwende … Und ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. EUCH einen gesegneten Tag und LG aus Niederbayern