Wenn Glaube wirklich sieht
Da ist jemand, der sagt oft, dass er glaubt.
Man merkt es schnell.
Es steht im Status. Regelmäßig.
Kommt in Gesprächen vor.
Manchmal ganz nebenbei.
Manchmal… ein bisschen weniger nebenbei 😉
Glaube – ziemlich sichtbar.
Und irgendwie immer dabei.
Und vielleicht ist das auch gut so.
Glaube darf sichtbar sein.
Er muss sich nicht verstecken.
Aber manchmal… fühlt es sich komisch an.
Weil da so viel geredet wird über Gott.
Und so wenig gefragt wird nach dem Menschen gegenüber.
Kennst Du das?
Du sitzt da und merkst: Hier geht’s gar nicht um Dich.
Nicht um Dein Denken. Nicht um Dein Fühlen. Nicht um Deine Geschichte.
Hier geht’s darum, Recht zu haben. Oder richtig zu sein.
Und dann bleibt da diese leise Frage:
Ist das das, was Glaube eigentlich meint?
Und dann steht da dieser Satz. Ganz einfach. Aber er lässt mich nicht los:
„Ihr erkennt sie an ihrem Verhalten, so wie ihr einen Baum an seinen Früchten erkennt.“ – Matthäus 7, 16
Nicht an ihren Worten.
Nicht an ihrer Lautstärke.
Nicht daran, wie oft sie „Gott“ sagen.
Sondern an dem, was bei anderen ankommt.
Vielleicht ist echter Glaube gar nicht der, der sich ständig erklärt.
Sondern der, der zuhört. Der nachfragt. Der aushält,
dass jemand anders denkt.
Der nicht sofort korrigiert, sondern erstmal versteht.
Und vielleicht ist das die unbequemste Wahrheit:
Dass man Gott sehr laut vertreten kann und trotzdem am Menschen vorbeilebt.
Ich glaube, Gott ist nicht beeindruckt davon, wie oft wir über ihn reden.
Sondern davon, wie wir mit denen umgehen, die vor uns sitzen. ❤️
Und ich merke bei mir selbst: Das ist gar nicht so einfach.
Weniger reden. Mehr hören.
Weniger wissen wollen.
Mehr verstehen.
Vielleicht fängt Glaube genau da an. Leise.
Zwischen zwei Menschen, die sich wirklich sehen.
Und vielleicht zeigt sich genau da, wie viel von dem,
was wir glauben, wirklich lebt.
