Was Pinguine filtern, um zu überleben
Ihr Lieben,
willkommen zurück zur Pinguin-Themenwoche! 🐧
Wusstest Du eigentlich, dass Pinguine Salzwasser trinken können?
Sie leben fast ihr ganzes Leben im Meer. Frisches Wasser gibt es dort kaum. Also trinken sie das, was da ist – Meerwasser. Eigentlich wäre das gefährlich. Zu viel Salz bringt den Körper aus dem Gleichgewicht. Es entzieht Flüssigkeit, belastet die Organe, macht krank. Und trotzdem kommen Pinguine damit klar.
Nicht, weil das Salzwasser harmlos wäre. Sondern weil sie etwas haben, das andere Lebewesen nicht haben. Über ihren Augen liegen spezielle Salzdrüsen. Sie filtern das überschüssige Salz aus dem Blut, sammeln es und leiten es dann über kleine Kanäle wieder nach außen. Es läuft wie klare Tränen über den Schnabel und tropft einfach ab.
Die Pinguine trinken also – und geben gleichzeitig wieder ab. Sie leben mitten in einer Umgebung, die ihnen schaden könnte. Aber sie lassen nicht alles in sich bleiben.
Sie speichern das Salz nicht. Sie kämpfen nicht dagegen an. Der Körper regelt es – ruhig, zuverlässig, immer wieder neu. Und genau das finde ich so erstaunlich. Denn manchmal wünsche ich mir, wir hätten auch solche „Drüsen“. Etwas in uns, das filtert, was täglich auf uns einströmt. Und das Belastende einfach wieder gehen lässt.
Denn es geht ja längst nicht nur um Nahrung. Es geht um Worte, die uns treffen. Um Erwartungen, die sich festsetzen.
Um Vergleiche, die leise nagen. Und um Verletzungen, die wir uns nie ausgesucht haben und trotzdem mit uns herumtragen.
Wir können nicht alles vermeiden. Wir leben in dieser Welt – mit ihrem Tempo, ihrem Lärm, ihrem ständigen „Mehr“, „Besser“, „Anders“. Aber vielleicht ist genau das die Frage: Was davon muss wirklich in uns bleiben?
Nicht alles, was uns erreicht, muss auch in uns wohnen. Nicht alles, was uns trifft, muss Teil von uns werden. Manches darf wieder abfließen. Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern aus Selbstfürsorge. Aus dem Wissen heraus,
dass zu viel Salz auf Dauer krank macht.
Die Bibel beschreibt dieses Loslassen nicht als Schwäche, sondern als bewussten Akt des Vertrauens: „Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ – 1. Petrus 5,7
Manchmal weinen wir nicht, weil wir zerbrechen. Sondern weil wir spüren: Das hier darf jetzt raus. Damit es innen wieder leichter wird. 🐧💧
Das Leben bringt genug mit sich. Du darfst loslassen, ohne Dich dafür zu erklären.
