Aufhören zu warten
Gerade schauen viele auf Gil Ofarim im Dschungel. 👀 Nicht nur aus Neugier. Sondern mit einer Erwartung: Da müsste doch jetzt etwas kommen. Reue. Klare Worte. Ein offenes Eingeständnis. 🗣️
(Hintergrund dazu: Ofarim stand 2021 im Mittelpunkt eines öffentlichen Skandals. Er hatte damals auf Instagram berichtet, wegen einer Davidstern-Kette diskriminiert worden zu sein. Später stellte sich heraus, dass diese Darstellung so nicht stimmte; das Verfahren endete mit einer Entschuldigung und einer Geldauflage.)
Und wenn diese erwarteten Worte ausbleiben, passiert etwas in uns.
Nicht nur Enttäuschung. Sondern Unruhe.
Weil ungeklärte Dinge uns innerlich festhalten.
Weil wir das Gefühl haben: So kann man doch nicht einfach weitermachen.
Vielleicht kennst Du das auch aus Deinem eigenen Leben.
Wenn Dich jemand verletzt hat – und nie wirklich Verantwortung übernommen hat. 💔
Kein „Es tut mir leid“. Kein ehrliches Hinschauen.
Nur Schweigen. Oder Ausweichen.
Dann warten wir.
Manchmal lange. ⏳
Auf Einsicht. Auf Worte. Auf Reue.
Und merken irgendwann: Dieses Warten kostet Kraft.
Mehr Kraft als das Loslassen.
Jesus sagte mal:
„Richtet nicht, dann werdet ihr nicht gerichtet. Verurteilt nicht, dann werdet ihr nicht verurteilt.
Lasst los, dann werdet ihr losgelassen.“ – Lukas 6, 37
Dieser Satz klingt auf den ersten Blick fast wie eine Bedingung.
Wenn du loslässt, dann …
Als hinge alles davon ab, ob wir es richtig machen.
Aber ich glaub Jesus meint hier kein moralisches Tauschgeschäft.
Kein Reiß Dich zusammen. Kein Sei größer als Dein Schmerz.
Er beschreibt etwas sehr Menschliches.
Psychologisch betrachtet heißt das:
Was wir festhalten, hält oft auch uns fest. 🔗
Groll. Enttäuschung. Die Hoffnung, dass der andere endlich einsieht, was er getan hat.
Solange wir innerlich daran festkleben, bleibt unser Inneres im Alarmzustand. 🚨
Gedanken kreisen. Innere Gespräche wiederholen sich. Der Körper bleibt angespannt.
Loslassen heißt deshalb nicht: Es war nicht so schlimm.
Und auch nicht: Der andere hatte recht.
Loslassen heißt: Ich steige aus dem inneren Kampf aus, der mich erschöpft.
Jesus lädt hier nicht zur Verdrängung ein, sondern zur Befreiung.
Nicht den anderen freizusprechen – sondern mich selbst nicht länger an ihn zu binden.
„Dann werdet ihr losgelassen“ meint: Etwas in Dir darf wieder atmen. Dein Herz darf aus der Daueranspannung raus. Du musst nicht länger warten auf Einsicht, die vielleicht nie kommt.
Manchmal ist Loslassen kein Moment. Sondern ein Prozess. 🧩 Kein Schalter. Kein Trick. Sondern ein leises inneres Ja dazu, dass Deine innere Ruhe nicht vom Verhalten eines anderen abhängen darf.
Jesus sagt das nicht, weil alles geklärt ist. Sondern damit Du frei wirst.
Möchtest Du frei sein?
Ich wünsch Dir das! Und dem Gil … auch! 💛
Deine Mandy

29. Januar 2026 @ 7:04
Danke! Das habe ich heute gebraucht 🙏🏼