Ich suchte einen Superman. 🦸♂️ 💍
Ihr Lieben, ich habe heute eine gute und eine schlechte Nachricht für Euch.
Fangen wir mit der schlechten an:
Morgen gibt’s kein SeelenFutter. Übermorgen auch nicht.
Montag wieder. Weil … naja. Ich habe etwas Wichtiges zu erledigen. 😉
Wisst Ihr, manches beginnt genau dort, wo man am wenigsten damit rechnet.
Im August 2022 habe ich einer Freundin beim Umzug in Hamburg geholfen.
Altbau. Viele Treppen. Noch mehr Bücher. 📚
Wir waren zu zweit – motiviert, optimistisch … aber spätestens bei den ersten Bücherkisten vom Dachboden wussten wir: Das schaffen wir nicht. Also habe ich bei Kleinanzeigen spontan gefragt, wer helfen kann.
Ich suchte einen „Superman für Bücherkisten“ – kein Scherz. 🦸♂️
Ich wollte einfach nur jemanden, der stark genug ist, um Umzugskartons voller Bücher von ganz oben nach ganz unten zu tragen – da braucht’s Kraft! 💪
Kurze Zeit später klingelte es: Superman stellte sich als Ralf Dean vor.
Und naja … was soll ich sagen: Wenn es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt – dann war das wohl bei uns beiden so. 🤍
Wir verstanden uns sofort.
Gleicher Humor. Gleiche Wellenlänge.
Er war direkt. Höflich. Mutig. Herzlich. Mein Typ. Und ja – stark ist er auch. 😉
Noch am selben Abend hatten wir unser erstes Date.
Ich in alten Umzugsklamotten. Ich hatte kaum etwas dabei, wollte am nächsten Tag wieder nach Hause.
Nicht vorbereitet. Null Romantik-Setting. Aber hey – Leben halt. 😅
Es ging schnell. Wenige Wochen später zog er zu mir nach Berlin.
Und ja – es hätte einfach nur schön sein können. War es auch. Aber wir haben uns in einer Zeit kennengelernt, in der bei uns beiden ordentlich Gegenwind herrschte.
Wir beide waren schon einmal verheiratet gewesen.
Wir beide hatten Geschichte.
Aber es ging um so viel mehr als nur vergangene Beziehungen.
Es ging um Lebensphasen, die nicht leicht waren.
Um Entscheidungen, die nachwirkten.
Um Unsicherheiten.
Um Verantwortung.
Um Dinge, die man nicht einfach abschüttelt, nur weil man sich verliebt.
Wir beide steckten mitten im Umbruch.
Da waren persönliche Baustellen. Schmerzhafte Themen. Offene Fragen.
Dinge, bei denen man denkt: „Das sollte ich vielleicht erstmal alleine sortieren, bevor ich mich wieder auf jemanden einlasse.“
Ich hatte für mich beschlossen: Ich will mit mir selbst glücklich sein. Und wenn irgendwann der Mensch meines Herzens kommt, dann soll er mein Glück ergänzen – nicht erst ermöglichen.
Aber unser Weg war ein anderer. Er begann mitten im Chaos.
Mit Gesprächen über Narben und Ängste.
Mit Ehrlichkeit, die manchmal weh tat.
Mit Momenten, in denen alte Muster plötzlich wieder da waren – Reaktionen, die weniger mit dem anderen zu tun hatten als mit der eigenen Geschichte.
Und vielleicht entscheidet sich genau dort, ob Liebe wirklich trägt.
Gerade dann, wenn gar keine Zeit für Dauer-Herzklopfen ist. Weil Sorgen drücken. Weil man nicht nur verliebt im Sonnenuntergang steht, sondern nebeneinander sitzt und schwere Dinge ausspricht.
Liebe ist dann nicht nur Gefühl.
Sie ist Arbeit. Sie ist Entscheidung. Sie ist Dranbleiben.
Nicht weglaufen.
Nicht nachtragen.
Nicht alles aufrechnen.
Sondern sagen: „Ich bleibe. Und wir gehen da zusammen durch.“
Damals dachte ich, ich suche jemanden, der schwere Bücherkisten trägt.
Heute weiß ich: Wir haben gelernt, auch anderes gemeinsam zu tragen.
An Silvester 2024/2025 hat er mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. 🎇
Romantischer Moment. Jahreswechsel. Feuerwerk.
Und ich? Ich habe nicht sofort „Ja“ gesagt.
Nicht, weil ich ihn nicht liebte. Sondern weil ich gelernt habe, dass Gefühle allein nicht tragen.
Ich wollte sehen, wie wir mit Alltag umgehen. Mit Druck. Mit unseren Themen. Also habe ich ihm – ganz unromantisch – noch ein Jahr gegeben. Nennen wir es „Probezeit“. 😉
8 von 10 Punkten würde ich sagen. Bestanden. ✅
Und so habe ich ihn am 31.12. ein Jahr später gefragt. Und er hat Ja gesagt. 🤍
Prüfen.
Wachsen.
Und dann gehen.
Und jetzt fühlt es sich richtig an.
Deshalb gibt es morgen und übermorgen kein SeelenFutter.
Weil ich am Donnerstag diesen Mann heirate. 💍
Nur wir zwei. Ganz still. Und ganz bewusst.
Nicht, weil alles perfekt ist – sondern weil wir wissen und uns zutrauen, dass wir gemeinsam tragen können.
„Die Liebe ist langmütig und freundlich,
die Liebe eifert nicht,
sie treibt nicht Mutwillen,
sie bläht sich nicht auf.
Sie verhält sich nicht ungehörig,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu.
Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
sie glaubt alles,
sie hofft alles,
sie duldet alles.“
Montag lesen wir uns wieder. 🤍
Eure Mandy
