Was Du alles nicht darfst … oder doch?
So Ihr Lieben, guten Morgen – da bin ich wieder. ☀️
Neue Woche, neuer Start. 🌱 Und gleich mal eine Frage: Hast Du heute Morgen eigentlich Deine Klamotten gecheckt?
Ich mein, Du weißt doch: nur eine Faser und so. Steht schließlich in der Bibel.
„Tragt keine Kleidung, die aus zwei verschiedenen Materialien gewebt ist.“ – 3. Mose 19,19
Baumwolle und Polyester – ist ja wohl eher schwierig. 🤷♀️ Ein Blick ins Etikett, und schon wird es kompliziert. Aber was soll’s. So steht’s halt in der Bibel.
Und rasieren solltest Du Dich eigentlich auch nicht. Bart stutzen? Lieber lassen. 🧔♂️✂️❌
„Ihr sollt euch das Haar am Haupt nicht rund abschneiden noch euren Bart stutzen. Ihr sollt keine Einschnitte an eurem Körper machen und keine Tätowierungen an euch anbringen.“ – 3. Mose 19,27–28
Ach guck – nicht nur beim Friseur, auch beim Tätowierer kannst Du also sparen. 🖋️😉 Ist nicht drin.
Und Mädels: 🙋♀️ Bevor Ihr aus dem Haus geht, überlegt kurz – wenn Ihr Eure Tage habt, bitte niemandem die Hand geben. 🩸
„Wenn eine Frau ihre Monatsblutung hat, soll sie sieben Tage unrein sein; wer sie anrührt, wird unrein bis zum Abend.“ – 3. Mose 15,19
Und am Marktstand bitte auch gut aufpassen: 🐟
Kein Krabbenbrötchen. 🦐
Und der geräucherte Aal bleibt bitte auch liegen.
„Von allem, was im Wasser lebt und keine Flossen oder Schuppen hat, sollt ihr euch voller Abscheu fernhalten!“ – 3. Mose 11,10–12
Unrein.
All das steht dort.
Schwarz auf weiß.
In der Bibel.
In denselben Texten, aus denen wir auch andere Gebote zitieren.
Darum ging es auch im SeelenFutter vom Freitag – „Trotzdem Liebe“. ❤️
„Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“ – 3. Mose 18,22
Und um die Frage, warum wir manche Stellen sehr ernst nehmen und andere kaum noch erwähnen.
Das hat nichts damit zu tun, die Bibel nicht ernst zu nehmen.
Sondern damit, dass wir sie unterschiedlich lesen – geprägt von unserer Zeit, ⏳ von dem, was uns im Leben und im Glauben geprägt hat, und vom Versuch zu verstehen, in welcher Welt diese Texte entstanden sind. 🌍
Viele dieser Regeln stammen aus einem damaligen Gesetzeskontext, der Reinheit, Abgrenzung und den Schutz der Gemeinschaft regelte. Sie entstanden in einer Welt ohne das heutige Wissen über einvernehmliche, verantwortliche Beziehungen zwischen Menschen gleichen Geschlechts – weil Sexualität damals nicht als Ausdruck gleichberechtigter Beziehung verstanden wurde, sondern vor allem funktional gedacht war: zur Sicherung von Nachkommen. Familie und Volk sollte nicht aussterben.
Andere Vorschriften dienten vor allem der religiösen Ordnung und bestimmten rituellen Praktiken. Sie standen im Zusammenhang mit Trauer- und Abgrenzungsritualen – nicht mit normaler Körperpflege. Viele davon galten besonders für Priester.
Schon im Neuen Testament wird genau darüber gestritten:
Was gilt noch? Was nicht mehr? Und warum?
Jesus selbst verschiebt den Fokus. Weg von äußeren Vorschriften. Hin zum Herzen. ❤️ Zu dem, was dem Leben dient und Würde bewahrt.
Wir lesen die Bibel also nie neutral.
Wir gewichten. Wir ordnen ein. Wir entscheiden – oft unbewusst –, was wir als zeitgebunden lesen und was wir für heute verbindlich halten.
Und genau hier wird es heikel: wenn Bibelverse benutzt werden, um andere festzulegen, sie niederzubibeln, ihnen den Glauben abzusprechen oder ihre Glaubensreife infrage zu stellen.
Vielleicht ist das der Punkt, an dem wir vorsichtig werden sollten. Nicht mit der Bibel. Sondern mit unseren Urteilen. 🤍
Fetten Segen für die neue Woche!
Deine Mandy
